Hallo zusammen,
ich sitze hier im Homeoffice (bei der Hitze draußen gerade kein Vergnügen) und hab heute mal meinen Stromzähler genauer beobachtet. Meine Luft-Wasser-WP läuft gerade kaum, weil sie im Sommer ja nur noch Warmwasser macht. Trotzdem zieht sie dauerhaft irgendwas zwischen 30 und 60 Watt, also selbst wenn der Kompressor komplett aus ist.
Ich hab mir das jetzt über eine Woche mit einem Zwischenstecker-Messgerät angeschaut und komme auf einen Grundverbrauch von ca. 40W im Schnitt. Das macht hochgerechnet auf ein Jahr knapp 350 kWh allein für diesen Standby-Betrieb. Bei aktuellem Strompreis sind das schnell 100-120€ im Jahr, die ich quasi für nichts bezahle.
Meine WP ist eine Luft-Wasser-Anlage aus 2022, vom Hersteller her ein bekannter europäischer Anbieter. Steuerung läuft über ein externes Modul, Wärmemengenzähler ist verbaut. Das Gerät ist nicht abschaltbar ohne dass die Frostsicherung etc. nicht mehr greift laut Installateur.
Meine Fragen:
- Ist 40W Grundlast im normalen Bereich oder zu viel?
- Gibt es Möglichkeiten das zu reduzieren ohne Funktionen zu verlieren?
- Kennt jemand Richtwerte, ab wann eine WP-Steuereinheit schlicht zu viel zieht?
Bin für jeden Hinweis dankbar. Danke!
Ich sag mal so – wir haben unsere Anlage seit ein paar Jahren und ich hab das ehrlich gesagt noch nie so genau gemessen wie Sie das machen. Vielleicht sollte ich das auch mal tun.
Was mir aber bekannt ist aus einem Gespräch mit unserem Installateur: Er hat damals erklärt, dass die neueren Geräte mit digitaler Regelung generell mehr im Dauerbetrieb ziehen als die älteren einfacheren Steuerungen. Fortschritt kostet eben auch Strom, sagte er. Ob das stimmt weiß ich nicht genau, aber es klingt plausibel.
Was ich empfehlen würde: Rufen Sie mal beim Kundendienst Ihres Herstellers an und fragen explizit nach dem Nennverbrauch der Steuereinheit ohne Kompressor. Die müssen das wissen und angeben können. Wenn Ihr Messwert deutlich drüber liegt, wäre das ein Hinweis auf ein Problem. Liegt er im Rahmen, ist es eben systembedingt.
100 Euro im Jahr ist natürlich ärgerlich, da gebe ich Ihnen Recht. Aber verglichen mit dem was eine schlecht eingestellte Anlage im Heizbetrieb an Mehrkosten verursacht, ist das noch überschaubar. Hab das damals im Thread über explodierte Stromrechnungen gelernt – da gings um ganz andere Summen.
40W find ich ehrlich gesagt gar nicht so wild für nen Gerät das läuft. Meine Anlage zieht auch sowas ähnliches wenn der Kompressor ruht. Ist halt die Pumpe + Elektronik die nicht einfach aus kann.
Was Kritikus sagt mit der Frostsicherung im Sommer – da hat er eigentlich Recht, im Juli is das Quatsch. Aber die Steuerung weiß halt nicht automatisch dass Frost gerade kein Thema ist, außer du stellst das manuell um.
Also ich würde das nochmal genauer aufdröseln bevor man pauschal sagt ob 40W ok sind oder nicht. Da stecken vermutlich mehrere Verbraucher drin:
1. Regelungselektronik: je nach Hersteller 5-15W
2. Interne Umwälzpumpe (Bereitschaft): 10-20W
3. Warmwasser-Zirkulationspumpe falls vorhanden: 10-30W
4. Kommunikationsmodule, Display, Bedienfeld: 3-8W
Wenn du wirklich nur Kompressor aus und sonst alles aktiv hast, ist 40W sogar realistisch für so eine Konfiguration. Die Frage ist eher: welcher dieser Punkte lässt sich optimieren?
Bei der Heizlastberechnung und Systemauslegung hab ich mir angewöhnt, auch den Hilfsstromverbrauch in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einzubeziehen – wird oft vergessen. Gibt dazu auch Normwerte in der EN 14825, falls du es ganz genau wissen willst.
Zum Abschalten: Installateur hat Recht mit der Frostsicherung, aber du solltest prüfen ob deine Anlage einen echten 'Sommerbetrieb' oder 'Standby-Modus' in der Software hat, der zumindest die Pumpe reduziert. Das ist herstellerabhängig.
40W klingt erstmal viel, ist aber bei Anlagen mit externem Bedienteil, interner Pumpe im Bereitschaftsmodus und Steuerungselektronik eigentlich nicht ungewöhnlich. Ich hab bei mir ähnliches festgestellt, als ich mich mit dem Thema Heizkreistemperaturen im Sommer absenken beschäftigt hab – da bin ich auch übers Messen draufgekommen wie viel die Anlage im Teillastbetrieb zieht.
Der typische Bereich liegt meiner Erfahrung nach zwischen 15W (sehr sparsame Geräte mit effizienter Steuerung) und 80W (ältere oder aufwändiger ausgestattete Anlagen mit mehreren Pumpenkreisen). 40W für eine 2022er Anlage mit Warmwasserbetrieb im Sommer ist grenzwertig, aber nicht dramatisch.
Was helfen kann: Schau ob du die Zirkulationspumpe für Warmwasser zeitlich einschränken kannst. Die zieht oft 15-25W und läuft manchmal unnötig durch. Außerdem: Wenn ein externes Kommunikationsmodul (z.B. per WLAN oder LAN) dauerhaft aktiv ist, kann das nochmal 5-10W extra bedeuten. Dein Hersteller-Support kann dir sagen ob man das in einen Schlafmodus versetzen kann.