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Boiler und WP gemeinsam steuern – wie macht ihr das stromkostenmäßig?

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TechnikPaul_78
Beiträge: 48
Themenstarter
(@technikpaul_78)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#107]

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor der Frage, ob und wie ich meinen alten Elektroboiler (150l, noch aus den 90ern) sinnvoll mit meiner seit letztem Winter laufenden Luft-Wasser-WP kombinieren kann. Die WP macht bei uns Heizung und Warmwasser, aber der Boiler hängt noch parallel dran – ursprünglich als Backup gedacht, wird aber kaum genutzt.

Jetzt im Sommer läuft die WP ja fast nur noch für Warmwasser, die Heizung ist komplett aus. Mein Grundgedanke: Könnte ich den Boiler gezielt dann laden lassen, wenn der Strom günstig ist (wir haben einen dynamischen Tarif), und die WP dafür etwas entlasten? Oder ist das Quatsch und die WP macht das eh effizienter als jeder Boiler?

Was mich interessiert: Wie steuert ihr sowas? Reicht da eine einfache Zeitschaltuhr für den Boiler, oder braucht man da smarte Lösungen? Habt ihr Erfahrungen, ob sich das wirklich in der Jahresabrechnung bemerkbar macht oder ist der Aufwand größer als der Nutzen?

Ausgangslage bei uns: ca. 4 Personen im Haushalt, PV haben wir (noch) nicht. Strom kommt komplett aus dem Netz. Bei den aktuellen Temperaturen läuft die WP für WW eigentlich recht effizient, aber ich frage mich ob man das noch optimieren kann.

Freue mich auf eure Einschätzungen!


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4 Antworten
ThomasKreuter
Beiträge: 10
(@thomaskreuter)
Active Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich hab mich in einem anderen Thread schon länger mit den Wirtschaftlichkeitsfragen rund um WW-Wärmepumpen auseinandergesetzt – das lässt sich hier gut übertragen.

Das Prinzip mit dem dynamischen Tarif klingt erstmal logisch, aber ich würd da einen Schritt zurückgehen: Wenn du keinen Überschussstrom aus PV hast, ist der 'günstige Strom' trotzdem Netzstrom – und der schwankt beim dynamischen Tarif halt. Im Sommer 2026 hatten wir ja schon einige Tage mit negativen Börsenstrompreisen mittags, aber ob das bei dir dann auch wirklich so ankommt hängt vom Tarif ab.

Der entscheidende Punkt: Dein Elektroboiler hat COP 1. Selbst wenn du ihn für 8 ct/kWh lädst, und die WP kostet dich mit 30 ct/kWh Strom, rechnet sich die WP ab etwa COP 3,75 noch genauso. Alles drüber ist WP-Vorteil. Im Juli mit Außentemperaturen über 20°C schafft deine Luft-Wasser-WP locker COP 4-5 für Warmwasser.

Mein Fazit: Den Boiler als tägliches Parallelsystem würde ich nicht betreiben. Als reines Backup für Wartung oder Urlaub – ja, da macht er Sinn. Wie in dem Thread zu WWP vs. Durchlauferhitzer schon diskutiert, hängt es wirklich stark an den konkreten COP-Werten deiner Anlage.


Antwort
Thomas-Krger
Beiträge: 48
(@thomas-krger)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Muss ich ThomasKreuter da ein bisschen wiedersprechen – oder zumindest ergänzen. Die Rechnung stimmt grundsätzlich, aber im Alltag ist das nicht so eindeutig.

Bei nem dynamischen Tarif haste ja nicht nur 'etwas günstigere' Stunden, sondern manchmal wirklich extreme Ausreißer nach unten. Wenn der Börsenpreis auf 2-3ct fällt und dein Tarif das 1:1 weitergibt, dann sieht die Rechnung anders aus als im Normalfall. Ich hab das bei meinem Altbau-Projekt (bin ja seit längerem damit beschäftigt, die ganzen Jahreskosten richtig zu durchleuchten) gemerkt: Man muss das übers Jahr betrachten, nicht als Einzelstunden-Optimierung.

Praktisch würd ich sagen: Rühr den Boiler erstmal gar nicht an und schau dir erstmal 2-3 Monate lang deine WP-Verbrauchsdaten an. Viele Steuerungen loggen das mittlerweile ganz gut. Erst dann siehst du ob es überhaupt Optimierungspotenzial gibt oder ob die WP das schon alleine gut macht.


Antwort
S.Weber90
Beiträge: 4
(@s-weber90)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Zum Thema Urlaub und Abwesenheit im Sommer: Ich hab das gerade erst bei mir eingestellt wegen der Legionellenthematik – da gibt's einen eigenen Thread dazu. Falls du über Ferien nachdenkst, unbedingt die Warmhaltefunktion nicht komplett deaktivieren.

Ansonsten: Zeitschaltuhr für den Boiler würd ich weglassen, der Aufwand lohnt ohne dynamischen Tarif schlicht nicht.


Antwort
ThomasB_1986
Beiträge: 21
(@thomasb_1986)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Interessante Frage, mit der hab ich mich auch schon beschäftigt – vor allem in Zusammenhang mit Heizlastberechnungen merkt man ja wie unterschiedlich Effizienz und Verbrauch je nach Systemkonstellation auseinandergehen können.

Kurz zur Kernfrage: Deine WP wird den Elektroboiler in puncto Effizienz fast immer schlagen – selbst im Sommer, wo der COP vielleicht 'nur' so bei 3-4 liegt, ist das immer noch 3-4x besser als der Boiler mit COP 1. Insofern würde ich den Boiler nicht aktiv für die reguläre WW-Bereitung einsetzen.

Aber: Wenn du einen dynamischen Tarif hast und Stunden mit sehr niedrigem Strompreis erwischst (manchmal unter 10 ct/kWh), dann kann der Boiler tatsächlich als eine Art 'Puffer' sinnvoll sein – du lädst ihn nachts billig auf und verzichtest tagsüber auf WP-Laufzeiten bei höheren Preisen. Das setzt aber voraus, dass du die günstigen Stunden zuverlässig vorhersiehst und gezielt steuerst. Eine simple Zeitschaltuhr reicht dafür nicht – da brauchst du zumindest eine Steuerung, die Preisdaten einlesen kann. Tibber + Shelly-Steckdose wäre z.B. ein einfacher Einstieg.


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