Hallo zusammen,
als Installateur hab ich letzte Woche eine interessante Diskussion mit einem Kunden gehabt, die mich zum Nachdenken gebracht hat. Der Kunde hat einen gut gedämmten Neubau (140qm, Fußbodenheizung) mit einer berechneten Heizlast von 8,5 kW.
Mein ursprünglicher Vorschlag war eine Sole-Wasser-WP mit 10 kW Leistung. Jetzt meint aber ein Kollege, ich sollte "zur Sicherheit" eine 14 kW Maschine nehmen - wegen eventueller Planungsungenauigkeiten und für warmes Wasser.
Eigentlich sage ich meinen Kunden immer, dass Überdimensionierung durch das Takten den Stromverbrauch erhöht und die Lebensdauer reduziert. Aber nach dem milden Winter und den aktuellen Strompreisen bin ich mir unsicher geworden.
Wie sind eure Erfahrungen? Führt eine um 40% überdimensionierte WP wirklich zu deutlich höherem Verbrauch? Oder gleichen moderne Inverter-WPs das durch Modulation aus? Bei Grundwasser-Anlagen hatte ich bisher immer gute Erfahrungen mit knapper Dimensionierung, aber bei Sole bin ich weniger sicher.
Danke für eure Einschätzungen!
Hallo,
aus meiner Erfahrung mit der eigenen Anlage (Luft-WP, 12kW bei 9,2kW Heizlast) kann ich dir sagen: Die 40% Überdimensionierung macht sich definitiv bemerkbar!
Ich führe seit 2,5 Jahren penible Aufzeichnungen und sehe deutlich, dass bei milden Temperaturen ab +5°C die Anlage ständig taktet. Meine JAZ liegt dadurch nur bei 3,8, obwohl bei -5°C problemlos 4,2 erreicht werden. Der Kollege deines Kunden denkt noch in alten Mustern - moderne Inverter können das zwar etwas abfedern, aber Sole-WPs haben ohnehin stabilere Temperaturen als Luft.
Meine Excel-Auswertung zeigt: Bei Übergangszeiten (März/April, Oktober/November) verbrauche ich ca. 15-20% mehr Strom als nötig wäre. Das summiert sich übers Jahr auf etwa 800-1000 kWh Mehrverbrauch.
Für Warmwasser reichen bei eurem Objekt die 10kW völlig aus. Mein Tipp: Bleib bei der 10kW Maschine, das ist korrekt dimensioniert. Die "Sicherheitsreserve" kostet mehr als sie nutzt.
Gruß Klaus