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Heizkurve Winter vorbereiten: Endpunkte richtig setzen?

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WP_Optimizer84
Beiträge: 12
Themenstarter
(@wp_optimizer84)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen
[#85]

Hallo zusammen,

ich nutze die ruhigen Sommermonate gerade um meine WP-Einstellungen für den nächsten Winter vorzubereiten – jetzt wo man nicht unter Druck steht und Zeit hat, alles in Ruhe durchzudenken.

Meine Frage dreht sich konkret um die Vorlauftemperatur-Justierung über die Heizkurve. Ich hab eine Luft-Wasser-WP (8kW), Bj. 2023, Fußbodenheizung im EG, Heizkörper im OG. Letzten Winter hatte ich das Gefühl, dass die Anlage bei sehr niedrigen Außentemperaturen (unter -5°C) deutlich zu warm gefahren ist – die Räume wurden teilweise überheizt, obwohl die Heizkurve eigentlich passend schien.

Nun überlege ich: Liegt das Problem am Steilheitsparameter der Kurve, oder eher am Parallelverschiebungswert (also dem Basisniveau)? Oder hab ich vielleicht einen falschen Fußpunkt bei den Endpunkten gesetzt?

Ich würde gerne verstehen, wie man methodisch vorgeht um das zu kalibrieren – also nicht einfach wild drehen, sondern Schritt für Schritt. Gibt es eine Faustregel für den Startpunkt bei z.B. 0°C Außentemperatur und was sollte der Maximalwert bei -10°C oder -15°C sein (bei FBH-Vorlauf)?

Danke schon mal für eure Erfahrungen!


3 Antworten
H.Mueller
Beiträge: 28
(@h-mueller)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Kurz gesagt: Ohne berechnete Heizlast und dokumentierten hydraulischen Abgleich ist jede Heizkurvenoptimierung trial and error. Ich würde erst die Grundlagen klären bevor man an den Parametern dreht – das spart einem im nächsten Winter eine Menge Frust.


Antwort
Marcus8955
Beiträge: 1
(@marcus8955)
New Member
Beigetreten: Vor 6 Tagen

Das kenn ich gut – ich hab mich letztes Jahr auch intensiv mit dem Thema Einzelraumregelung beschäftigt (siehe Einzelraumregelung per Funk - welche Thermostate kommunizieren gut?) und dabei ist mir aufgefallen, dass Überheizung bei Kälte oft gar kein Heizkurven-Problem ist, sondern ein hydraulisches.

Aber zur eigentlichen Frage: Bei FBH würde ich den Vorlauf bei 0°C Außentemp erst mal bei 30-33°C ansetzen und schauen, wie lang die Räume brauchen um die Solltemperatur zu halten. Bei -10°C wären 38-42°C ein typischer Bereich für ein gut gedämmtes Haus. Der Steilheitsparameter bestimmt, wie stark die WP bei sinkender Außentemp nachregelt.

Methodisch vorgehen heißt: Nur einen Parameter auf einmal ändern, mindestens 24-48h warten (wegen der Trägheit der FBH!) und dann auswerten. Die Parallelverschiebung ist für das Grundniveau zuständig, die Steilheit für das Verhalten bei Extremtemperaturen. Wenn bei -5°C überheizt wird aber bei 5°C alles passt, ist die Steilheit zu hoch – dann die Kurve flacher machen, nicht die Parallelverschiebung runterdrehen.


Antwort
SilentHeat_87
Beiträge: 18
(@silentheat_87)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich seh das etwas anders als Marcus oben – das Problem könnte auch simpel sein: Hast du gemischte Heizflächen (FBH und HK), ohne hydraulischen Abgleich? Dann kann die Kurve noch so schön eingestellt sein, das passt nie wirklich für beide Systeme gleichzeitig. Hatte bei meinem Altbau ähnliche Probleme, bevor ich den Abgleich machen ließ – danach war die ganze Heizkurven-Optimierung plötzlich viel einfacher, weil das System vorhersagbar wurde.

Zum methodischen Vorgehen stimme ich zu: Geduld ist das A und O, gerade bei FBH. Was mich aber wundert – du schreibst, die Räume wurden "teilweise" überheizt. Welche Räume genau? OG mit Heizkörpern oder EG mit FBH? Das macht für die Diagnose nen großen Unterschied. Wenn's nur oben zu warm ist, ist die Heizkurve vielleicht gar nicht das Problem sondern die Einzelventile an den Heizkörpern.


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