Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiver mit der Warmwasserbereitung im Kontext der Gesamtanlage und bin auf die Frage gestoßen, ob thermische Desinfektion des Trinkwassers bei Wärmepumpen-Systemen verpflichtend ist oder eher eine Zusatzoption darstellt.
Hintergrund: Bei meiner Heizlastberechnung für eine neue Anlage spielte auch die Auslegung des Speichers eine Rolle. Mein Heizungsbauer hat erwähnt, dass die thermische Desinfektion (regelmäßiges Aufheizen auf 60°C oder höher) bei Legionellen-Gefahr sinnvoll sei – aber ob das wirklich zur Standardwartung gehört oder nur bei bestimmten Konstellationen nötig ist, blieb unklar.
Mich interessiert vor allem: Gibt es da verbindliche Normen oder Herstellervorgaben? Wie wirkt sich das auf die reale JAZ aus, wenn die Wärmepumpe regelmäßig auf höhere Temperaturen fahren muss? Und – ganz praktisch – wie oft muss man das durchführen, um auf der sicheren Seite zu stehen?
Danke für eure Erfahrungen!
Marco
Marco, gute Frage – und genau das ist einer dieser Punkte, wo die Hersteller oft nebulös bleiben.
Kurz gesagt: Thermische Desinfektion ist in D nach Trinkwasserverordnung eigentlich eine Option unter mehreren zur Legionellen-Prävention. Ob sie Pflicht wird, hängt vom Einzelfall ab – Alter der Anlage, Speichergröße, Betriebsweise. Ein Fachplaner muss das bewerten.
Zum JAZ-Punkt: Das ist genau mein Kritikpunkt seit Jahren. Wenn die WP regelmäßig auf 60°C hochfahren muss (statt optimal bei 45-50°C zu laufen), fällt die Effizienz messbar. Manche Hersteller rechnen das in ihren Datenblättern gar nicht mit ein – und schon ist die beworbene JAZ völlig praxisfern. Siehe auch meinen älteren Thread zu den Zusatzheizer-Messungen: Smart Home + Zusatzheizer: Wie misst man echten Energieverbrauch? – genau dieselbe Logik.
Mein Rat: Lass dich von einem sachkundigen Fachplaner (nicht dem Verkäufer des Geräts) beraten, ob du die Desinfektion wirklich brauchst. Oft reicht regelmäßiger Wasserwechsel im Speicher. Dann sparst du dir echte Betriebsstunden.