Hallo zusammen,
ich baue gerade mein erstes Eigenheim und beschäftige mich intensiv mit der Heizungsplanung. Nachdem ich mich hier schon viel durchgelesen habe, bin ich auf Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit R290 als Kältemittel gestoßen. Das klingt erstmal interessant wegen der besseren Umweltbilanz und dem niedrigen GWP-Wert.
Meine konkrete Frage ist aber weniger ob R290 grundsätzlich sinnvoll ist, sondern eher: Wo darf so eine Anlage bei einer W/W-WP überhaupt aufgestellt werden? Ich habe gelesen, dass Propan brennbar ist und es deswegen besondere Anforderungen an den Aufstellungsort gibt. Bei einer Luft-Wärmepumpe draußen ist das vielleicht noch überschaubar – aber wenn das Gerät im Keller steht, wird mir das etwas mulmig.
Mein Neubau hat einen vollunterkellerten Bereich, wo ich die Haustechnik unterbringen möchte. Kellerfenster sind vorhanden, aber die Belüftung ist sicher nicht riesig. Brauche ich dann spezielle Lüftungsschlitze, eine Gaswarnanlage oder sonstige Sicherheitstechnik? Und gibt es Mindestabstände zu anderen Geräten oder Materialien die ich beachten muss?
Im Moment plane ich alles noch mit dem Architekten und könnte da noch problemlos Änderungen vornehmen. Wäre super wenn jemand hier praktische Erfahrungen hat, gerade mit dem Thema Aufstellungsraum und Genehmigungen. Bin für jeden Hinweis dankbar!
Viele Grüße,
Tobias
Tobias, ich bin zwar eher der Altbau-Typ und kein Neubauer, aber zu R290 im Keller kann ich ein bisschen was sagen weil ich mich damit auch beschäftigt hab.
Die Hersteller machen das oft einfacher klingen als es ist. Propan hat eine Zündgrenze von etwa 2,1% Raumluftanteil – das klingt viel, aber bei einem kleinen Technikraum und einer undichten Verbindung kann das schneller erreicht sein als man denkt. Die VDMA 24020 und EN 378 regeln das, und die Anforderungen sind nicht trivial.
Was ich konkret gehört hab: Viele Hersteller schreiben zwangsbelüftung mit definierten Luftwechselraten vor, oft auch tatsächlich eine Gaswarnanlage die die Lüftung automatisch aktiviert. Dein Architect sollte unbedingt das jeweilige Herstellerdatenblatt der Anlage checken, die du kaufen willst – da steht's drin.
Mein Tip: Frag nicht nur den Architekten, sondern hol dir direkt vom Hersteller die Aufstellbedingungen und zeig die deinem Heizungsbauer. Die allgemeinen Versprechungen "geht im Keller" stimmen vielleicht, aber die Details können trotzdem teuer werden.