Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit 15 Jahren mit Gebäudetechnik und bin mittlerweile skeptisch geworden, wenn es um die CO2-Einsparungen von Hybrid-Wärmepumpen geht. Die Hersteller rechnen da oft sehr optimistisch: Sie nehmen einen Bivalenzpunkt bei etwa -5°C an, bei dem die Wärmepumpe den Gas-Kessel ablöst. In der Praxis sehe ich aber immer wieder, dass die Gasheizung deutlich früher zugeschaltet wird – teils wegen Hysterese, teils weil die Vorlauftemperaturen zu hoch sind für reine WP-Betrieb.
Meine Fragen:
1. Wie bilanziert ihr die CO2-Emissionen ehrlich? Zählt ihr wirklich den gesamten Gas-Anteil im Jahresverlauf mit ein, oder orientiert ihr euch an Marketing-Szenarien?
2. Bei Bestandsgebäuden mit alten Heizkörpern: Sinkt die WP-Nutzung nicht drastisch, wenn man die Vorlauftemperatur nicht auf unter 55°C senken kann?
3. Hat jemand Messdaten über mehrere Heizperioden, die zeigen, wie viel Gas eine Hybrid-WP wirklich braucht?
Ich will keine Glaubensdiskussion führen, sondern verstehen, wie die Bilanz unter echten Bedingungen aussieht – nicht unter Laborbedingungen.
Interessant, weil ich genau vor dieser Entscheidung stehe. Für mein EFH plant der Heizungstechniker gerade eine Hybrid-Lösung (WP + Gas). Meine Frage ist aber: Wenn ich die CO2-Bilanz so kritisch sehe wie du – lohnt sich der Umstieg gegenüber moderner Gas-Brennwerttechnik dann wirklich? Oder baut man sich da ein System auf, das zwar grüner klingt, aber faktisch ähnlich viel Gas verbraucht? Wie sieht es mit der Kühlfunktion im Sommer aus – kann man die besser für die Bilanz nutzen?