Moin zusammen,
stehe vor einer interessanten Frage zu meiner geplanten Hybrid-Installation. Bei den aktuellen Temperaturen um die 35°C denke ich schon wieder an den nächsten Winter, aber auch an diesen heißen Sommer.
Mein Installateur meint, ich könnte die Wärmepumpen-Komponente auch zum Kühlen nutzen. Ehrlich gesagt bin ich da sehr skeptisch - aus meiner Erfahrung wird der Kühlnutzen von Wärmepumpen maßlos überschätzt. Die meisten Leute merken nach einem Jahr, dass sie's kaum nutzen und die Stromkosten explodieren.
Jetzt überlege ich: Wäre es bei Extremtemperaturen (sowohl +35°C im Sommer als auch -20°C im Winter) nicht sinnvoller, die Hybrid-Anlage so zu konzipieren, dass ich im Sommer komplett auf Klimageräte verzichte und im Winter bei Extremkälte hauptsächlich den Gas-Brenner laufen lasse?
Meine Smart Home Integration könnte das theoretisch optimal steuern - aber macht das überhaupt Sinn? Hat jemand Praxiserfahrungen mit Hybrid-Systemen bei wirklich extremen Außentemperaturen? Sowohl Sommer als auch Winter?
Besonders interessiert mich: Wie verhält sich der COP bei solchen Extremwerten und ab welchem Punkt wird Gas wirtschaftlicher?
Danke für eure Einschätzungen!
Thomas
Hi Thomas,
aus meiner 8-jährigen Erfahrung mit der Sole-WP kann ich dir nur raten: Finger weg von der Kühlungsfunktion bei Luft-Wasser-Hybriden! Die COPs werden bei 35°C grottig schlecht - mein Nachbar hat das ein Jahr probiert mit seiner Luft-WP und dann aufgegeben.
Bei deiner Hybrid-Lösung würde ich die Umschaltpunkte so setzen: Ab ca. -8°C auf Gas, das ist meist der sweet spot wo der COP unter 2,5 fällt. Im Sommer komplett separate Klimageräte - die sind für Kühlung einfach effizienter als eine zum Kühlen missbrauchte WP.
Der große Vorteil von Erdwärme ist ja gerade, dass sie diese Extremtemperaturen nicht hat. Bei Luft-Systemen macht die Hybridlösung absolut Sinn, aber eben nur fürs Heizen. Dein Smart Home sollte primär auf Außentemperatur und Strompreise reagieren.
Vergiss das Kühlen über die WP - spar dir die komplexere Hydraulik und nimm das gesparte Geld für vernünftige Split-Klimageräte. Die haben bei 35°C immer noch bessere Wirkungsgrade als eine überlastete Luft-WP.
Gruß
H.Weber