Hallo zusammen,
ich plane für diesen Sommer die Nachrüstung einer Warmwasser-Wärmepumpe in meinem EFH (Bj. 1998). Bisher läuft die WW-Bereitung über die Gasheizung mit einem 200L Speicher. Da der alte Speicher langsam marode wird und ich langfristig weg vom Gas möchte, denke ich über eine WW-WP nach.
Jetzt bin ich aber etwas überfragt was die Integration angeht. Der bestehende Speicher ist direkt an die Gasheizung angeschlossen und hat nur einen Heizkreis. Eine WW-WP bräuchte ja aber einen eigenen Anschluss oder? Und wie ist das mit der Elektrik - reicht ein normaler 230V Anschluss oder brauche ich einen Starkstromanschluss?
Der Heizungskeller hat ca. 25m² und ist nicht gedämmt, Deckenhöhe 2,20m. Die WP soll hauptsächlich im Sommer laufen, im Winter kann ja der bestehende Gas-Brennwertkessel das WW mit übernehmen.
Hat jemand schon mal so eine Nachrüstung gemacht? Worauf muss ich achten bei der Hydraulik? Brauche ich einen neuen Speicher oder kann der alte irgendwie umgebaut werden?
Danke für eure Erfahrungen!
Gute Überlegung für ein Sommerprojekt! Aus hydraulischer Sicht ist das machbar, aber du solltest das unbedingt von einem Fachbetrieb planen lassen.
Wichtiger Punkt: Ein reiner Umschaltbetrieb zwischen Gas und WP ist nicht optimal. Besser ist ein bivalenter Speicher mit zwei getrennten Wärmetauschern - einer für die WP (unten) und einer für die Gasheizung (oben). So kannst du auch parallelen Betrieb fahren.
Elektrisch: Standard-WW-WPs bis 2,5 kW laufen meist mit 230V einphasig. Bei größeren Geräten brauchst du einen 400V Dreiphasen-Anschluss. Wichtig ist auch eine separate Sicherung im Zählerkasten.
Dein ungedämmter Keller mit 25m² ist ideal - genug Luftvolumen und die Abkühlung im Sommer ist ein netter Nebeneffekt. Plane aber Kondensatableitung und eventuell Luftzirkulation mit ein.
Hey Marco, ich hab vor zwei Jahren eine ähnliche Nachrüstung gemacht. Du brauchst definitiv einen neuen WW-Speicher mit integriertem Wärmetauscher für die WP. Der alte Speicher ist nur für die direkte Beheizung über die Gasheizung ausgelegt.
Bei der Hydraulik musst du einen zusätzlichen Kreislauf für die WP einbauen. Das heißt: neue Rohrleitungen vom WP-Außengerät zum Speicher, Umwälzpumpe, und am besten ein Umschaltventil damit du zwischen Gas und WP wechseln kannst.
Was die Elektrik angeht: Die meisten WW-WPs laufen mit 230V, aber schau dir die Anschlussleistung an. Bei größeren Geräten brauchst du eventuell 400V. Ich hab damals extra eine neue Leitung vom Zählerkasten in den Keller gelegt.
Der ungdämmte Keller ist übrigens perfekt - die WP entzieht der Kellerluft ja Wärme, das kühlt im Sommer schön ab!
Also ehrlich gesagt bin ich bei dem ganzen WP-Hype etwas skeptisch. Ich hab hier im Forum schon öfter von Problemen gelesen. Ob sich das überhaupt rechnet ist ja auch fraglich.
Bei dir kommt noch dazu dass du den ganzen Sommer über den Keller entfeuchtest und im Winter wieder heizen musst. Die Bausubstanz leidet darunter. Außerdem: 200L Speicher für EFH? Das ist doch viel zu wenig für eine vernünftige Schichtung bei WP-Betrieb.
Mein Rat: Lass die Gasheizung wie sie ist und investier das Geld lieber in Dämmung oder PV. Das bringt mehr als diese ganzen komplizierten Hybrid-Konstruktionen.
Moin Marco,
schön dass du dich Gedanken machst! Ich betreibe seit 3 Jahren eine Ochsner WP-BWS im Keller.
Zu deiner Frage: Der alte 200L Speicher geht definitiv nicht. Du brauchst einen WP-optimierten Speicher mit entsprechendem Wärmetauscher unten für die kalte Seite der WP. 300L würde ich mindestens nehmen für vernünftige Schichtung.
Elektrisch meist 230V, aber prüf die Absicherung - die Anlaufströme sind nicht ohne. Ich hab 16A C-Automat dafür.
Tipp: Schau dir mal Split-Anlagen an statt Monoblock. Laufzeiten sind dann besser planbar und du bist flexibler bei der Aufstellung.