Guten Tag zusammen,
ich habe folgende Situation bei meiner Luftwärmepumpe (Baujahr 2019, ca. 5 Jahre alte Split-Anlage): Der Inverter-Verdichter zeigt seit etwa zwei Wochen Fehler beim Hochfahren. Der Techniker diagnostizierte einen Wicklungsschaden am Motor – Reparatur würde ca. 2.800 Euro kosten (Austausch Verdichter + Service), Neuanlage wäre bei etwa 7.500 Euro.
Bevor ich mich entscheide, möchte ich das aus ingenieurlicher Perspektive durchdenken:
1. Wie stellt sich das Wirtschaftlichkeit dar? Die Anlage läuft mit R32, der Wirkungsgrad war immer ordentlich (JAZ-Faktor im letzten Winter etwa 3,2 im Altbau).
2. Kann ein reparierter Verdichter die gleiche Zuverlässigkeit bieten wie ein neuer? Oder ist das eher ein Kompromiss?
3. Gibt es Unterschiede zwischen Herstellern bei Reparaturqualität?
Im August natürlich blöd, aber die Kühlfunktion brauche ich nicht zwingend. Trotzdem sollte bis Herbst eine Lösung stehen.
Danke für realistische Einschätzungen!
Hallo Wolfgang, das ist tatsächlich eine schwierige Abwägung. Meine Erfahrung: Mit einem repariertem Inverter-Verdichter machst du technisch nichts falsch – der Wicklungsschaden ist ein lokales Problem, wenn die Reparaturwerkstatt seriös arbeitet. Allerdings solltest du zwei Dinge bedenken: (1) Der Motor ist jetzt nicht mehr "original", und bei einem eventuellen Folgeschaden kann der Hersteller die Garantie anfechten. (2) Ein 5 Jahre alter Verdichter hat bei guter Pflege noch 10–15 Jahre Lebensdauer vor sich. Reparatur macht Sinn, wenn du die Anlage insgesamt noch 8+ Jahre fahren möchtest.
Bei 2.800 Euro Reparatur amortisiert sich das schnell gegenüber 7.500 Euro, zumal dein COP noch solide ist. Mein Rat: Lass den Reparateur schriftlich zusichern, dass er mit Originalteilen arbeitet und eine Gewährleistung gibt. Dann fahren Sie damit gut.
Zum JAZ: 3,2 im Winter ist für einen Altbau mit R32 völlig normal – da braucht dir nicht bange zu sein.