Hi zusammen,
mir ist beim Auswerten der Messdaten vom letzten Winter was aufgefallen. Bei der extremen Kältephase im Februar hatte ich mal testweise die WP abgeschaltet, um zu sehen wie lange mein 500L Pufferspeicher die Wärme hält.
Bei -15°C Außentemperatur und 21°C Raumtemperatur war nach knapp 2 Stunden Schluss - die Vorlauftemperatur war von 55°C auf 35°C gefallen und die Räume wurden merklich kälter.
Das Haus hat 140m² beheizte Fläche, Baujahr 2019 mit KfW55 Standard. Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ergab damals 8,2 kW bei -12°C Auslegungstemperatur.
Nutze übrigens die neue Version vom Heizlastrechner Pro 3.2 - sehr zu empfehlen für genaue Analysen. Die Messwerte hab ich auch nochmal mit dem Fluke 1587 FC überprüft.
Ist diese kurze Speicherdauer normal oder sollte ich über einen größeren Puffer nachdenken? Plane schon für den nächsten Winter und würde das gerne im Sommer angehen, wenn mehr Zeit für Umbauten ist.
Was sind eure Erfahrungswerte bei solchen Extremtemperaturen?
Gruß
Thomas
Moin Thomas,
die 2 Stunden sind schon recht kurz, aber bei den extremen -15°C auch nicht völlig ungewöhnlich. Ich hab bei meiner Anlage ähnliche Tests gemacht und bei solchen Temperaturen geht's auch ziemlich flott.
Du hast ja 8,2 kW Heizlast bei -12°C - bei -15°C dürfte das noch etwas mehr sein. Dein 500L Puffer mit einer Spreizung von 55°C auf 35°C (also 20K) kann theoretisch etwa 11,6 kWh speichern. Bei deiner Heizlast ist das rechnerisch für knapp 1,5h, also passt dein Messwert ganz gut.
Für solche Extremtage wäre ein größerer Puffer schon sinnvoll, aber die Frage ist ob sich der Aufwand lohnt. Ich hab meinen damals von 300L auf 800L erweitert und merke den Unterschied deutlich - besonders bei häufigem Takten der WP.
Falls du Platz hast, würde ich auf mindestens 800-1000L gehen. Aber ehrlich gesagt, bei KfW55 Standard läuft die WP ja auch bei -15°C noch ganz ordentlich. Vielleicht reicht auch eine bessere Schichtung im vorhandenen Speicher?
Was für eine WP hast du denn verbaut?
Gruß Helmut