Hallo zusammen,
wir haben seit April 2024 eine Sole-Wasser-WP mit 10kW Leistung am laufen (120m² Kollektor) und ich messe jetzt seit 2 Jahren fleißig mit. Die Herstellerangaben sprachen von COP 5,2 bei B0/W35, aber real komme ich nur auf 4,8 im Jahresmittel.
Im Winter 23/24 waren es sogar nur 4,5, letzten Winter dann 4,9. Jetzt im Sommer läuft sie natürlich besser, aber trotzdem erreiche ich die beworbenen Werte nie.
Mein Heizungsbauer meint, das wäre "völlig normal" und die Laborwerte seien eh unrealistisch. Aber 0,4 Punkte Unterschied bedeuten ja doch einiges bei den Stromkosten...
Ich nutze einen separaten Zähler für die WP und rechne alles mit (Sole-Pumpe, Heizungspumpe etc.). Vorlauf meist 32-35°C, Haus ist gut gedämmt (Bj. 2018).
Wie sind eure Erfahrungen? Erreicht ihr die Herstellerangaben oder ist das normal dass man deutlich drunter liegt? Vielleicht liegt's auch an der Einstellung - habt ihr Tipps zur Optimierung?
Danke schonmal!
4,8 ist doch eigentlich okay für ne Sole-WP! Ich würd erstmal checken ob der Volumenstrom stimmt. Oft läuft die Sole-Pumpe zu hoch und das kostet unnötig Strom.
Außerdem: misst du wirklich nur den WP-Verbrauch oder auch Regelung/Steuerung mit? Das kann schon mal 100-200W dauerhaft ziehen und verschlechtert den COP.
Das kenn ich nur zu gut! Bei mir ist's ähnlich - hab auch ne Sole-WP und komme nie auf die beworbenen Werte. Meine läuft seit 3 Jahren und ich bin mittlerweile bei 4,6 im Schnitt gelandet.
Was bei mir geholfen hat: Heizkurve nochmal angepasst und die Sole-Pumpe gedrosselt. War anfangs zu hoch eingestellt. Und im Sommer lass ich die WP auch mal ganz aus wenn's warm genug ist - bringt den Schnitt hoch.
Die Laborwerte sind echt weltfremd. Hatte das hier auch schon mal diskutiert - scheint ein bekanntes Problem zu sein.
Aus technischer Sicht sind die Normwerte (B0/W35) unter idealen Laborbedingungen ermittelt - konstante Temperaturen, optimaler Volumenstrom, keine Taktverluste etc. Das ist in der Praxis nie erreichbar.
Ihre 4,8 sind für eine Sole-WP mit Kollektor durchaus realistisch. Bei Tiefenbohrung wären 5,0+ möglich, aber Kollektoren haben nun mal schwankendere Quelltemperaturen.
Optimierungsansätze: Prüfen Sie die Sole-Temperaturen (sollten auch im Winter nicht unter -3°C fallen), Volumenstrom anpassen und die Heizkurve optimieren. Ein hydraulischer Abgleich kann auch noch 0,2-0,3 COP-Punkte bringen.
Für die Sommerzeit: Nutzen Sie die hohen Sole-Temperaturen für eine Effizienzoptimierung der Warmwasserbereitung.