Hallo zusammen,
wir planen für nächstes Jahr den Einbau einer Luftwärmepumpe (ca. 25.000€ inkl. Installation). Jetzt kam beim Grillabend das Thema auf, ob sich das auch beim Wiederverkaufswert der Immobilie bemerkbar macht.
Unser Haus ist von 1995, 140m², bisher Gasheizung. Ein Nachbar meinte, moderne Heiztechnik sei bei Verkäufen heute ein echtes Verkaufsargument. Andererseits kostet die WP ja auch ordentlich Geld.
Habt ihr Erfahrungen gemacht oder wisst ihr, wie Gutachter sowas bewerten? Kriegt man die Investition beim Verkauf teilweise wieder rein? Oder ist das eher Wunschdenken?
Wir wollen das Haus zwar nicht verkaufen, aber trotzdem interessant zu wissen. Falls wir doch mal umziehen müssen...
Danke für eure Einschätzungen!
Meine Erfahrung ist gemischt. Klar, eine WP ist besser als eine 20 Jahre alte Gasheizung. Aber ob sich die 25k beim Verkauf rechnen?
Viele Käufer schauen erstmal aufs Energielabel vom Haus. Wenn das durch die WP von D auf B springt - super. Wenn's bei C bleibt weil die Dämmung schlecht ist, bringt die beste Heizung wenig.
Außerdem: In 5-10 Jahren sind heutige WP-Modelle auch nicht mehr State-of-the-Art. Der Wertverlust läuft parallel zur normalen Abschreibung.
Kann Stefan nur zustimmen. Bei uns wars ähnlich - haben 2024 eine Nibe einbauen lassen und der Energieberater meinte, das hebt den Verkehrswert schon merklich.
Aber ehrlich: Kaufentscheidungen fallen heute oft emotional. Wenn Interessenten sehen 'moderne Wärmepumpe, niedrige Heizkosten', ist das psychologisch viel wert. Gerade jetzt im Sommer, wo alle über Energiekosten für den nächsten Winter nachdenken.
Falls ihr verkauft, würde ich das auch prominent bewerben. 'Zukunftssichere Heiztechnik' und so.
Ich würd's pragmatischer sehen. Eine funktionierende, moderne Heizung ist halt Standard, den Käufer heute erwarten. Ohne WP müssten potentielle Käufer selbst investieren - das schreckt ab oder drückt den Preis.
Restwert hin oder her: Ihr habt 15-20 Jahre niedrigere Heizkosten und mehr Komfort. Das ist doch erstmal das Wichtigste, oder?
Aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich sagen: Eine moderne Heizungsanlage wird bei der Wertermittlung durchaus berücksichtigt, aber nicht 1:1. Faustregel ist etwa 50-70% der Investitionssumme, abhängig vom Alter der Anlage beim Verkauf.
Wichtig ist auch der regionale Markt. In Ballungsräumen mit umweltbewussten Käufern ist eine WP definitiv ein Pluspunkt. Bei der aktuellen Diskussion um Heizungsgesetze und steigende Gaspreise sowieso.
Bei eurem 95er Haus würde ich eher die Gesamtenergieeffizienz betrachten. Wie ich neulich schrieb, werden moderne Kältemittel auch langfristig wartungsfreundlicher.
Kurz: Wertsteigerung ja, aber seht es nicht als Geldanlage. Der Komfort und die laufenden Einsparungen sind wichtiger.