Hallo zusammen,
ich plane die Umstellung meines 80er-Jahre-Hauses auf eine Wärmepumpe und beschäftige mich gerade intensiv mit der Heizkörperfrage. Aktuell habe ich noch die Original-Radiatoren aus der Zeit – relativ große Modelle, die für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt sind.
Viele Installateure raten mir zum kompletten Austausch gegen Niedertemperatur-Heizkörper, um die JAZ-Werte zu optimieren. Die Argumentation ist nachvollziehbar: Wenn ich bei 35-40°C fahre statt 60°C+, wird die WP effizienter. Aber ich frage mich: Wie dramatisch ist der Unterschied wirklich?
Meine bisherigen Überlegungen:
- Die alten Heizkörper sind hydraulisch größer dimensioniert
- Mit gezieltem Abgleich könnte ich die Heizleistung ja auch bei niedrigeren Temperaturen verteilen
- Der Austausch kostet schnell 8-12k€ Material + Arbeitszeit
Hat jemand von euch konkrete Messdaten oder Erfahrungen: Bringt der Wechsel wirklich 10-15% bessere JAZ? Oder kann man mit den alten Körpern und optimierter Regelung ähnliche Werte erreichen?
Freue mich über ehrliche Einschätzungen!
Das ist genau die richtige Frage, TobiasH. Ich bin da etwas skeptisch gegenüber den Standard-Empfehlungen, die man überall liest.
Fakt ist: Ja, kleinere Heizkörper mit besserer Oberfläche helfen der WP. Aber ob das in deinem konkreten Fall 10-15% bringt? Das hängt massiv ab von deiner Dämmung, deinen realen Heizlasten pro Raum und wie gut die alte Installation hydraulisch funktioniert.
Ich habe in meinem anderen Thread zu Nachtariftarifen (Realistische Einsparungen oder Marketing-Versprechen?) schon geschrieben: Viele Hersteller rechnen mit optimalen Bedingungen. Im ungedämmten Altbau wird's oft anders.
Mein Rat: Lasse erst einen korrekten Wärmeverlustberechnung nach DIN machen. Dann weißt du, ob die alten Körper hydraulisch für 40°C-Betrieb reichen. Eventuell brauchst du nur in 2-3 Räumen zu tauschen, nicht überall. Das könnte die wirtschaftlichste Lösung sein.