Mich treibt schon lange um, dass die Hersteller Heizkörper mit Nennleistung bei 75/65/20°C angeben, aber in der Praxis mit einer WP ja völlig andere Bedingungen herrschen. Ich hab mir gerade die Datenblätter von drei verschiedenen Körpern angeschaut – alle sagen stolz "2500 W" drauf. Nur: Bei 45/35°C Vorlauf (was meine geplante WP wahrscheinlich fahren wird) sind es dann ja nur noch 800–900 W real.
Meine Frage: Wie dimensioniert ihr eure Heizkörper? Nehmt ihr die Herstellerangaben 1:1, oder rechnet ihr mit den echten Vorlauftemperaturen, die eure WP liefert? Und noch wichtiger – habt ihr da auch Stromzähler-Daten, die zeigen, ob eine "unterdimensionierte" Heizfläche (nach Norm) am Ende zu höheren JAZ-Werten führt oder das Gegenteil?
Ich plane gerade einen Umbau und möchte das nicht nach Schema F machen, sondern mit Messdaten arbeiten. Was sind eure Erfahrungen?
Gute Beobachtung! Ich hatte das ähnliche Problem bei meiner Umstellung. Die Herstellerangaben sind völlig praxisfremd, wenn man mit Wärmepumpe heizt. Mein Tipp: nimm die Nennleistung, multiplizier sie mit dem Korrekturfaktor für deine tatsächliche Temperaturdifferenz – online Heizkörper-Rechner machen das automatisch. Bei mir zeigte sich nach ein paar Monaten, dass leicht unterdimensionierte Körper (also bewusst etwas kleiner ausgesucht) mit niedrigerer Vorlauftemperatur am Ende die bessere JAZ brachten als zu große, weil die WP weniger regeln musste. Aber das ist sehr individuell.