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Wärmepumpe + Batteriespeicher in Home Assistant einbinden – wie geht ihr das an?

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T.Brinkmann
Beiträge: 1
Themenstarter
(@t-brinkmann)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Tagen
[#87]

Hallo zusammen,

ich bastle schon seit einer Weile an meiner Smart Home Steuerung und bin jetzt an einem Punkt angekommen, wo ich Wärmepumpe und Batteriespeicher wirklich sinnvoll miteinander verheiraten möchte. Aktuell läuft bei mir Home Assistant auf einem kleinen Server, die PV-Anlage (10 kWp) ist seit letztem Jahr in Betrieb, und der Batteriespeicher (BYD, 10 kWh) ist seit März dabei.

Das Problem: Im Moment arbeiten die Systeme mehr oder weniger nebeneinander her. Der Speicher lädt sich tagsüber voll und entlädt sich abends – aber ob dabei die Wärmepumpe (Viessmann Vitocal 250-A) clever eingebunden ist, bezweifle ich. Ich würde gerne eine Logik bauen, die z.B. bei hohem SOC und Überschuss die WP gezielt ankurbelt, und wenn der Speicher leer ist, die WP möglichst schont.

Hat jemand sowas schon in Home Assistant umgesetzt? Welche Integrationen nutzt ihr – Modbus direkt zur WP, oder läuft das bei euch über SG Ready Kontakte? Ich bin da noch etwas unsicher, was der sauberere Weg ist. Im Sommer ist das ja noch entspannt, weil genug PV kommt, aber ich plane das schon Richtung Winter durch.

Bin für jeden Tipp dankbar, auch Code-Schnipsel oder Automatisierungsbeispiele aus HA wären super!


4 Antworten
Thorsten81
Beiträge: 2
(@thorsten81)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Woche

Das Thema hab ich mir auch schon ausführlich angeschaut, weil mich die Effizienzfrage bei Wärmepumpen generell nicht loslässt (wer meinen Beitrag zu SCOP vs. COP gelesen hat, weiß das). Zur Frage Modbus vs. SG Ready: Modbus gibt dir deutlich mehr Kontrolle, du kannst Sollwerte direkt setzen, Betriebsmodi wechseln und Zieldurchflusstemperaturen anpassen. SG Ready ist dagegen nur ein einfacher 2-Bit-Kontakt, also quasi nur 'normal / Überschuss / Sperre' – für eine wirklich smarte Steuerung reicht das langfristig nicht.

Bei Viessmann gibt es die Vitoconnect-Schnittstelle und teilweise Modbus TCP, je nach Modell und Firmware-Version. Ich würde erst mal schauen, was deine Vitocal 250-A genau unterstützt. In Home Assistant gibt es die 'Viessmann' Custom Integration über HACS, die läuft bei vielen stabil. Kombiniert mit einem Modbus-Sensor für den SOC des BYD-Speichers kannst du dann Automatisierungen mit Schwellenwerten bauen. SOC > 80% und PV-Überschuss > 1,5 kW → WP Betriebsmodus auf 'erhöht' setzen, zum Beispiel. Im Sommer ist das eh entspannt, da hast du Recht – aber die Logik jetzt sauber aufbauen und dann im Winter einfach laufen lassen ist definitiv der richtige Ansatz.


Antwort
T.Weber94
Beiträge: 1
(@t-weber94)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Woche

Also ich seh das etwas anders als WolfgangB. oben – klar ist die Garantiefrage nicht unwichtig, aber Viessmann unterstützt Modbus bei der Vitocal 250-A offiziell, das steht sogar in der Installationsanleitung. Da bewegt man sich nicht in einer Grauzone. Und SG Ready ist halt wirklich sehr grob, das reicht für einfache Setups aber nicht wenn man wie hier wirklich Speicher und WP koordinieren will.

Ich hab bei mir Home Assistant mit Node-RED kombiniert, weil die Automatisierungslogik damit flexibler wird als mit den eingebauten HA-Automatisierungen. Gerade wenn mehrere Bedingungen gleichzeitig geprüft werden müssen (SOC, PV-Überschuss, Außentemperatur, Uhrzeit) wird es in HA-YAML schnell unübersichtlich. Node-RED macht das etwas transparenter finde ich. Für den Einstieg würde ich aber genau das empfehlen was TobiasK87 sagt – erstmal klein anfangen und schauen wie das System sich verhält, bevor man es komplex macht.


Antwort
TobiasK87
Beiträge: 35
(@tobiask87)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Läuft bei mir seit etwa einem Jahr ähnlich, allerdings mit einer anderen WP. Grundsätzlich würde ich SG Ready als Einstieg nicht komplett abtun – gerade wenn man noch unsicher ist, ist das der risikoärmere Weg. Modbus kann viel, aber wenn da was schief läuft (falscher Registeraufruf, falscher Wert), kann das die WP-Steuerung durcheinanderbringen. Hatte das einmal bei mir, WP ist dann in einen Fehlerzustand gegangen und hat sich nicht mehr selbst zurückgesetzt. War lösbar, aber nervig.

Mein Tipp: Fang mit SG Ready an, bau die Grundlogik (Überschuss vorhanden → WP ankurbeln), und schau wie sich das verhält. Wenn du dann mehr willst, kannst du immer noch auf Modbus umsteigen. Für BYD gibt es übrigens eine ganz brauchbare Modbus-Doku, die Community im HA-Forum hat da einiges zusammengetragen. Und ja, den SOC als Triggerbedingung zu nehmen ist sinnvoll, aber ich kombiniere das bei mir zusätzlich noch mit der Wettervorhersage über die Solcast-Integration – so lädt die WP auch schon mal prophylaktisch wenn morgen trüb wird.


Antwort
WolfgangB.1947
Beiträge: 24
(@wolfgangb-1947)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Ich muss gestehen, mit Home Assistant kenne ich mich nicht wirklich aus – das ist eine andere Generation als ich. Aber was mich bei solchen Konstruktionen immer beschäftigt: Wer haftet, wenn man über selbstgebastelte Schnittstellen in die Steuerung der Wärmepumpe eingreift und dann ein Schaden entsteht? Ich habe in einem anderen Zusammenhang schon Probleme mit Herstellergewährleistungen gesehen, wenn Fremdsysteme tief in die Regelung eingegriffen haben. Das ist keine Kritik an der Idee an sich – technisch klingt das interessant – aber ich würde das vorher mit dem Viessmann-Kundendienst oder zumindest dem Installateur absprechen. Vielleicht gibt es ja sogar eine offizielle Lösung von Viessmann, die sowas unterstützt, ohne die Garantie zu gefährden. Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.


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