Hallo zusammen,
habt ihr einen Tipp für mich? Meine neue Luft-Wasser-Wärmepumpe ist gerade eingebaut worden und der Installateur hat mir die Standard-Heizkurve mitgegeben. Im Juli brauch ich natürlich kaum zum Heizen – hauptsächlich nur Warmwasser. Aber ich frage mich: Kann ich anhand der bisherigen Verbrauchsdaten schon anfangen, die Heizkurve zu optimieren, oder sollte ich lieber bis zum Herbst/Winter warten, bis das Ding richtig arbeitet?
Mich interessiert auch, ob es einen Unterschied macht, ob ich im Sommer kühle oder nicht – meine Anlage hat die Kühlfunktion. Macht es Sinn, die schon zu nutzen, oder sollte ich das separat auswerten?
Ich bin noch ziemlich neu im Thema Wärmepumpen und möchte einfach nicht zu früh rum-experimentieren und dabei was kaputt machen. Hat jemand Erfahrung damit, wie man von Juli an schon sinnvolle Daten sammelt?
Danke für eure Hilfe!
Hi Tobias, aus IT-Perspektive würde ich dir raten: Nutze jetzt schon die Zeit, um ein gutes Monitoring aufzubauen. Viele moderne LWWP-Hersteller bieten Schnittstellen über SML oder MODBUS, mit denen du die Daten minütlich erfassen kannst – viel besser als monatliche manuelle Notizen.
Ich tracke meine Werte über ein kleines Home-Automation-Setup mit Prometheus. So sehe ich später exakt, wie Außentemperatur, Wärmepumpen-Betriebsstunden und Stromverbrauch korrelieren. Das ist die Basis für echte Heizkurven-Optimierungen.
Im Sommer kannst du damit schon trainieren, wie dein System reagiert – auch wenn die Heizlast niedrig ist. Sobald es kälter wird, hast du historische Daten und erkennst schnell, wo die Kurve angepasst werden muss.
Das ist eine sehr gute Frage, Tobias. Die Grundlage für eine optimale Heizkurve ist letztendlich die präzise Heizlastberechnung deiner Immobilie – die sollte schon vor dem Einbau erfolgt sein. Was du im Juli messen kannst, hilft dir eher bei kleineren Feinabstimmungen.
Ich würde dir folgendes empfehlen: Dokumentiere deine Verbrauchsdaten vom jetzt an regelmäßig (Datum, Außentemperatur, Wärmemenge oder Stromverbrauch). Das gibt dir später im Winter eine solide Basis zum Vergleichen. Die Kühlfunktion würde ich im Sommer separat tracken, wenn möglich – nutzen kannst du sie, aber für die Heizungsoptimierung ist das eher irrelevant.
Echte Optimierungen der Heizkurve machen erst ab Herbst richtig Sinn, wenn deine Anlage unter realistischen Bedingungen läuft. Bis dahin: vorsichtig experimentieren, aber nicht zu viel ändern.