Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der Frage, ob eine automatisierte Nachtabsenkung der Warmwasserbereitung tatsächlich messbare Stromkosten spart – oder ob das nur ein weiterer Mythos ist, der die JAZ schönredet.
Mein Setup: Luft-Wasser-WP mit Smart-Home-Integration (MQTT), Warmwasserspeicher 300l, nächtliche Absenkung derzeit auf 45°C statt 55°C. Im August natürlich eher akademisch, aber ich möchte die Daten jetzt schon sammeln.
Mein Verdacht: Wenn die WP nachts sowieso läuft (wegen Legionellenschutz, Ausgleich etc.), kostet die Absenkung faktisch nur Schichtbetrieb – aber spart real nicht viel. Oder übersehe ich was?
Was ich wissen möchte:
- Habt ihr konkrete Verbrauchsdaten (kWh-Differenz) zwischen 45°C und 55°C Nachtabsenkung gemessen?
- Wie sieht das bei eurer JAZ-Berechnung aus – zieht ihr die Warmwasserbereitung separat ab?
- Welche Absenkungstemperatur fahrt ihr wirklich nachts, und warum?
Interessieren mich besonders Erfahrungen unter realen Bedingungen, nicht die Prospektwerte.
Hi Klaus,
da sprichst du einen wichtigen Punkt an. Ich fahre die Absenkung auch, aber ehrlich gesagt eher aus Gewohnheit als aus Überzeugung.
Mein Ansatz: Ich senke nachts auf 50°C ab (nicht 45°C, das ist mir zu knapp beim Legionellenschutz), und messe das über Home Assistant mit. Über drei Wintermonate gemessen: Die Ersparnis liegt bei ungefähr 3–5% des reinen Warmwasserverbrauchs – klingt viel, aber im Gesamtstromverbrauch der WP sind das nur 1–2%. Im August völlig irrelevant, da die WP eh kaum lädt.
Was ich beobachtet habe: Die WP läuft nachts trotz Absenkung – nur eben kürzer und mit weniger Zyklen. Das spart tatsächlich was, aber der Effekt ist kleiner, als ich gehofft hatte.
Für mich persönlich lohnt sich die Komplexität (Regellogik, Fehlerquellen) nicht wirklich. Lieber konstant 52°C und dafür eine stabile, wartungsarme Konfiguration. Deine Skepsis ist berechtigt.
Welche Regellogik nutzt du denn – zeitbasiert oder sensorgesteuert?