Hallo zusammen,
ich bin seit letztem Herbst stolzer Besitzer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (Viessmann Vitocal 200-S, 10 kW) und hab den Winter jetzt zum ersten Mal komplett damit durchgemacht. Insgesamt war ich eigentlich zufrieden, aber ein paar Situationen haben mich doch ins Grübeln gebracht.
Bei den wirklich kalten Phasen im Januar und Februar – wir hatten hier in der Region mehrfach -10°C und einmal kurz sogar -14°C – hat die WP merklich mehr gezogen und der Zuheizer ist öfter angesprungen als ich gehofft hatte. Das Haus war immer warm, keine Frage, aber der Stromzähler hat in diesen Wochen schon deutlich schneller gedreht.
Meine Fragen an euch:
- Ab welchen Temperaturen habt ihr bei eurer WP gemerkt, dass sie wirklich kämpft?
- Wie oft ist bei euch der Heizstab oder Zuheizer eingesprungen?
- Habt ihr irgendwas gemacht, um das zu minimieren? Nachtabsenkung weglassen zum Beispiel?
Ich frag mich auch, ob meine Anlage korrekt eingestellt ist oder ob da noch Optimierungspotenzial ist. Im Sommer jetzt ist natürlich alles easy, aber ich möchte für den nächsten Winter vorbereitet sein bevor der Herbst wieder kommt.
Freue mich über eure Erfahrungen!
Thomas
Hi Thomas,
bei mir ist es eine Wasser-Wasser-WP, also nur bedingt vergleichbar – aber zur Frage mit dem Zuheizer kann ich trotzdem was sagen.
Der Vorteil bei meiner Anlage ist halt, dass die Grundwassertemperatur relativ stabil bleibt, auch wenn draußen -14°C sind. Ich hab deshalb kaum Einbußen bei Extremkälte. Bei Luft-Wasser-Geräten ist das natürlich anders, da sinkt die Effizienz direkt mit den Außentemperaturen.
Was ich aus Gesprächen mit anderen und aus Foren mitgenommen habe: Die Nachtabsenkung bei Luft-Wasser-WPs ist tatsächlich oft kontraproduktiv, gerade bei sehr niedrigen Außentemperaturen. Wenn das Haus erstmal auskühlt, muss die Anlage morgens so stark arbeiten, um wieder hochzukommen, dass du den vermeintlichen Spareffekt oft wieder reinheizt. Bei gleichmäßiger Fahrweise bleibt die Effizienz stabiler. Probier mal, die Absenkung im nächsten Winter ganz wegzulassen und schau ob der Gesamtverbrauch sinkt.
Zum Bivalenzpunkt: Schau dir an, bei welcher Temperatur deine Anlage auf Bivalenz ausgelegt ist. Wenn der Zuheizer schon bei -8°C anspringt und die WP eigentlich bis -15°C spezifiziert ist, könnte die Einstellung suboptimal sein. Das würde ich mal mit dem Installateur durchgehen – ich hatte bei meiner Planung ähnliche Diskussionen, da lauern oft versteckte Einstellungen die ab Werk zu konservativ sind.
Für den Sommer jetzt: schöne Zeit, keine Sorgen mit der Heizung – aber gut, dass du jetzt schon drüber nachdenkst, dann bist du im Oktober nicht überrumpelt 👍