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Nachtabsenkung LWP: Physikalisch sinnvoll oder überlieferter Gasheizungs-Mythos?

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Markus_H79
Beiträge: 1
Themenstarter
(@markus_h79)
New Member
Beigetreten: Vor 6 Stunden
[#78]

Mich beschäftigt seit längerem eine Frage, die ich so nirgends sauber beantwortet gefunden habe: Ist die Nachtabsenkung bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wirklich energetisch sinnvoll – oder haben wir da einfach eine Daumenregel aus der Gasheizungs-Ära unreflektiert übernommen?

Bei einer Gasheizung ist die Logik klar: Brenner aus, kaum Verlust, morgens wieder anheizen, fertig. Bei einer LWP sieht die Sache aber fundamental anders aus. Wenn ich die Vorlauftemperatur nachts um 4-6 Kelvin absenke, muss die Pumpe morgens gegen eine kältere Außentemperatur (oft 4-8 Uhr früh ist das Tagesminimum) auf Betriebstemperatur hochheizen. Genau dann, wenn der COP am schlechtesten ist.

Ich habe das bei meiner eigenen Anlage (Sole-Wasser zum Vergleich, da ist der Effekt anders) grob durchgerechnet und komme zu dem Schluss, dass die LWP bei Nachtabsenkung netto eher mehr Strom zieht als ohne. Aber ich habe keine belastbaren Langzeitdaten von echten LWP-Betreibern.

Konkret interessieren mich:
- Hat jemand das wirklich mit Logging über mehrere Wochen verglichen, nicht nur nach Gefühl?
- Welche Rolle spielt die thermische Masse des Hauses dabei (Altbau vs. Neubau)?
- Gibt es Außentemperaturbereiche, wo eine Absenkung vielleicht doch Sinn macht?

Ich suche Zahlen und echte Messwerte, keine Herstellerempfehlungen.


1 Antwort
Heinz W.
Beiträge: 21
(@h-weber34)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Gute Frage, die mich bei meiner Hybridanlage auch lange beschäftigt hat. Ich kann zwar keine reinen LWP-Daten liefern, aber aus 8 Jahren Erfahrung mit dem Zusammenspiel beider Systeme kann ich sagen: Die Absenkung macht bei mir tatsächlich nur Sinn, weil ich nachts bei tiefen Außentemperaturen einfach auf den Gasbrenner umschalte. Der kann das morgendliche Aufheizen effizienter stemmen als die LWP bei Minusgraden.

Für eine reine LWP im Altbau würde ich aber genauso argumentieren wie du. Die thermische Masse im Altbau ist eigentlich ein Vorteil - das Haus kühlt nachts viel langsamer aus als ein Neubau, und die Wiederaufheizung gegen das Tagesminimum frisst genau dann den COP weg, wenn er sowieso schon schlecht ist.

Was ich bei meiner Anlage gelernt hab: Lieber einen konstant niedrigen Vorlauf durchfahren als diese Auf-Ab-Spielerei. Aber mit belastbaren Langzeitmessungen kann ich dir für den reinen LWP-Betrieb leider nicht dienen, da müssen andere ran die das geloggt haben.


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