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WP-Steuerung und Wärmepumpen-Stromtarif: Sperrzeiten richtig hinterlegen?

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Klaus_1952
Beiträge: 46
Themenstarter
(@klaus_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#88]

Guten Tag zusammen,

ich bin seit letztem Herbst stolzer Besitzer einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und habe nun im Frühling auf einen speziellen Wärmepumpen-Stromtarif meines Versorgers gewechselt. Der Tarif ist deutlich günstiger, aber dafür hat der Netzbetreiber das Recht, die Anlage täglich bis zu dreimal für je maximal zwei Stunden zu sperren – also in dieser Zeit wird der Strom fürs Gerät abgeschaltet.

Nun meine Frage an die Erfahrenen hier: Wie hinterlege ich das vernünftig in der Steuerung meiner Wärmepumpe? Die Steuerung hat zwar eine Zeitprogrammfunktion, aber ich weiß nicht genau, ob ich dort einfach Sperrzeiten eintragen soll, oder ob die Anlage das über den potentialfreien Kontakt (EVU-Sperre) automatisch erkennt, wenn der Netzbetreiber sperrt.

Mein Installateur hat mir beim Einbau leider nicht viel dazu erklärt. Ich frage mich konkret:
- Ist der EVU-Kontakt bei meiner Anlage überhaupt angeschlossen?
- Sollte ich in der Steuerung trotzdem manuell Sperrzeiten hinterlegen, damit die WP vorher schon "auflädt" (z.B. Pufferspeicher aufwärmt)?
- Und was passiert mit der Warmwasserbereitung während der Sperre – fällt die komplett aus?

Ich möchte das vor dem Urlaub im Juli noch ordentlich eingestellt haben, damit während meiner Abwesenheit nicht unnötig Strom zum Höchstpreis verbraucht wird. Für jeden Tipp bin ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus


4 Antworten
Markus B.
Beiträge: 9
(@markus_1989)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Was Thomas sagt stimmt soweit. Ich würd aber noch ergänzen: schau mal nach ob deine WP SG-Ready unterstützt (Smart Grid Ready). Das sind 4 Betriebsmodi über zwei Kontakte – Modus 1 ist die harte Sperre, Modus 4 ist "Überschussstrom verwerten". Viele moderne Anlagen haben das, aber verdrahtet ist es leider nicht immer.

Wenn du weißt zu welchen Zeiten der Netzbetreiber typischerweise sperrt (oft morgens zwischen 7-9 Uhr und abends 17-19 Uhr, je nach Region verschieden), kannst du das als Zeitfenster in der WP-Steuerung als "erhöhte Solltemperatur" kurz davor hinterlegen. So heizt die WP aktiv vor.

Bei meiner W/W-Anlage hab ich das mit einem kleinen Automationsskript gelöst, aber das ist vielleicht für deinen Anwendungsfall Overkill. Der manuelle Weg über die Steuerung reicht für die meisten Fälle völlig.


Antwort
Klaus-Weber
Beiträge: 36
(@klaus-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich seh das etwas anders als die Vorredner: Bevor du anfängst an den Einstellungen rumzuschrauben, würde ich erstmal klären ob der EVU-Kontakt überhaupt korrekt angeschlossen ist. Das klingt banal, aber ich hab in meinem Bekanntenkreis schon zweimal erlebt dass Installateure das einfach weggelassen haben weil 'das macht ja der Netzbetreiber separat'. Ruf den Netzbetreiber an und frag die direkt, ob ein Rundsteuerempfänger bei dir installiert wurde und ob der mit deiner Anlage verbunden ist. Ohne das läuft die ganze EVU-Sperr-Logik ins Leere, egal was du in der Steuerung einstellst.


Antwort
T.Brinkmann75
Beiträge: 8
(@t-brinkmann75)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Kurze Ergänzung noch: Die Vorheizsrtrategie (Puffer vor der Sperre vollladen) funktioniert nur wirklich gut wenn du nen ausreichend großen Pufferspeicher hast. Im Sommer ist das Thema sowieso entspannter weil der Heizbedarf niedrig ist – aber für deine Warmwasserplanung vor dem Urlaub: stell die WW-Bereitung auf einen Zeitpunkt VOR der typischen Sperrzeit. Dann hast du zumindest das im Griff, auch wenn die Heizungsautomatik noch nicht perfekt sitzt.


Antwort
Thomas-Kruegers
Beiträge: 49
(@thomas-kruegers)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hallo Klaus,

das ist ein Thema, das mich beim Vergleich Gas vs. Wärmepumpe auch schon beschäftigt hat – die Tarifstruktur ist eben ein wesentlicher Kostenfaktor.

Zur eigentlichen Frage: Der EVU-Kontakt (manchmal auch SG-Ready-Eingang genannt) und eine manuell hinterlegte Zeitsperre in der Steuerung sind zwei verschiedene Dinge, die man aber gut kombinieren kann.

Der EVU-Kontakt wird vom Netzbetreiber direkt geschaltet – da musst du nichts manuell einstellen, das passiert automatisch über einen Rundsteuerempfänger oder per Funkrundsteuerung. Den Anschluss muss der Elektriker beim Einbau gemacht haben. Ruf beim Installateur an und frag explizit, ob der Kontakt tatsächlich verdrahtet wurde – das wird nämlich leider manchmal vergessen oder als "optional" behandelt.

Zusätzlich kannst du in der Steuerung eine "Vorheizstufe" aktivieren: Kurz vor der typischen Sperrzeit (sofern du sie kennst) lässt du die WP den Pufferspeicher und den Warmwasserspeicher auf Maximum aufheizen. Das puffert die Sperrzeit gut ab.

Warmwasser fällt während der EVU-Sperre tatsächlich aus, wenn die WP komplett abgeschaltet wird – aber ein gut dimensionierter Brauchwasserspeicher überbrückt 2 Stunden problemlos, solange der Speicher vorher voll aufgeheizt ist.


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