Hallo zusammen,
ich plane gerade eine Hybrid-Wärmepumpe für mein EFH (Bj. 1985, noch nicht vollständig saniert). Nach dem letzten Winter bin ich echt unsicher geworden - meine alte Gasheizung hat ordentlich Geld gekostet und ich will endlich auf Hybrid umsteigen.
Meine große Frage: Wie funktioniert eigentlich die intelligente Steuerung bei diesen Systemen? Welcher Algorithmus entscheidet, wann die WP läuft und wann das Gas-Brennwertgerät anspringt? Ist das nur eine simple Temperaturschwelle oder steckt da mehr dahinter?
Ich hab schon verschiedene Anbieter angefragt und jeder erzählt was anderes. Einer meint, es geht nur nach Außentemperatur (unter 2°C = Gas), der andere schwärmt von "KI-basierter Optimierung" die sogar Strompreise berücksichtigt. Was ist denn nun wirklich sinnvoll?
Besonders interessiert mich: Können diese Steuerungen auch variable Stromtarife berücksichtigen? Mein Anbieter hat so einen Flex-Tarif im Angebot, da schwanken die Preise täglich. Wäre schon cool wenn die Steuerung das mitdenkt und z.B. nachts günstig heizt statt morgens teuer mit Gas.
Hat jemand Erfahrungen mit verschiedenen Steuerungskonzepten? Welche Hersteller haben da wirklich was Durchdachtes?
Hey L.Weber96,
gute Frage! Hab letztes Jahr ne Hybrid von Vaillant installiert bekommen. Die Steuerung ist schon ziemlich smart geworden. Bei meiner läuft das über mehrere Parameter: Außentemperatur, aktuelle Stromkosten (hab auch nen variablen Tarif), Wettervorhersage und sogar die Temperatur im Pufferspeicher.
Das System lernt auch dazu - nach ein paar Monaten wusste es ziemlich genau, wie lange die WP für bestimmte Temperaturen braucht und ob sich das lohnt oder ob Gas günstiger ist. Ist nicht nur ne simple Schwelle bei 2°C oder so.
Variable Stromtarife werden definitiv berücksichtigt, zumindest bei den neueren Systemen. Meine springt oft nachts an wenn Strom billig ist und heizt den Puffer vor. Tagsüber läuft dann erstmal der Speicher leer bevor was nachgeheizt wird.
Wichtig ist aber: Das funktioniert nur gut wenn dein Haus nicht zu schlecht gedämmt ist. Sonst springt dauernd das Gas an und du hast nix gewonnen.
Moin,
kann da nur aus der Praxis sprechen - hab schon einige Hybrid-Anlagen installiert und betreut. Die Steuerungsqualität ist echt sehr unterschiedlich zwischen den Herstellern.
Was Sarah96 schreibt stimmt grundsätzlich, aber in der Realität sieht's oft anders aus. Viele Systeme sind noch nicht so intelligent wie beworben. Hab letzte Woche erst eine Anlage optimiert wo der Algorithmus total daneben lag - Gaskessel lief dauernd obwohl die WP noch effizient arbeiten konnte.
Und zu den variablen Stromtarifen: Klingt toll in der Theorie, aber die Kommunikation zwischen Energieversorger und WP-Steuerung klappt oft nicht richtig. Da ist noch viel Luft nach oben.
Meine Empfehlung: Nimm nen System wo du manuell eingreifen kannst und nicht alles der "KI" überlassen musst. Bei meinem letzten Projekt haben wir auch erst mal mit festen Parametern angefangen und dann Schritt für Schritt optimiert.
Die meisten modernen Hybrid-Systeme arbeiten mit einem sogenannten "Bivalenzpunkt"-Algorithmus, der aber deutlich komplexer ist als eine einfache Temperaturschwelle. Typischerweise werden folgende Faktoren berücksichtigt:
1. Außentemperatur und Wetterprognose (24-48h voraus)
2. Aktuelle Energiepreise (Strom vs. Gas)
3. COP der Wärmepumpe bei aktuellen Bedingungen
4. Wärmebedarf des Gebäudes
5. Speichertemperaturen
Die besseren Systeme (z.B. von Daikin, Viessmann) nutzen prädiktive Algorithmen, die aus Verbrauchsmustern lernen. Sie können sogar berücksichtigen, wie schnell sich das Haus abkühlt.
Zur Stromtarif-Integration: Das geht definitiv, aber der Wärmepumpen-Controller muss Zugriff auf die Tarifinfos haben. Entweder über eine API-Schnittstelle oder manuell hinterlegte Zeitfenster. Einige Systeme arbeiten auch mit Smart-Home-Zentralen zusammen.
Mein Tipp: Achte darauf dass die Steuerung updatefähig ist - die Algorithmen werden ständig verbessert.