Hallo zusammen!
Ich bin gerade dabei, für unser Reihenhaus von 1985 eine Heizungsmodernisierung zu planen. Das Haus hat ca. 140qm, ist teilsaniert (Dach und Fenster neu), aber die Dämmung ist noch original 80er Jahre Standard. Aktuell läuft noch die alte Gastherme.
Mein Heizungsbauer empfiehlt mir eine Hybrid-Wärmepumpe, weil er meint, dass eine reine Wärmepumpe bei dem Dämmstandard zu teuer im Betrieb wird. Das klingt erstmal vernünftig, aber ich bin unsicher ob das wirklich die beste Lösung ist.
Meine Heizkörper sind alle noch original aus den 80ern, also keine Niedertemperatur-Heizkörper. Vorlauftemperatur liegt aktuell bei etwa 70°C im Winter.
Hat jemand von euch Erfahrungen mit Hybrid-Wärmepumpen in ähnlichen Altbauten? Funktioniert das System auch bei höheren Vorlauftemperaturen noch wirtschaftlich? Und wie ist das mit der Wartung - habe ich dann quasi zwei Systeme die kaputtgehen können?
Wäre echt dankbar für eure Einschätzungen, besonders falls jemand ein ähnliches Haus hat!
Hybrid-WP bei 70°C Vorlauf ist definitiv machbar, aber du solltest die Systemauslegung genau prüfen lassen. Bei den hohen Vorlauftemperaturen wird die WP hauptsächlich in der Übergangszeit laufen, im Winter springt dann oft der Gaskessel zu.
Die Wirtschaftlichkeit hängt stark von der Hydraulik ab. Wenn dein Heizungsbauer das System richtig auslegt, kann die WP bis etwa 5-7°C Außentemperatur noch effizient arbeiten. Darunter übernimmt dann Gas.
Zur Wartung: Ja, du hast praktisch zwei Systeme. Aber beide sind bewährte Technologien. Die WP-Seite ist eigentlich wartungsärmer als der Gaskessel. Wichtig ist, dass beide Komponenten gut aufeinander abgestimmt sind.
Ich würde dir empfehlen, parallel mal durchrechnen zu lassen, was eine komplette Heizkörper-Erneuerung kosten würde. Manchmal ist der Sprung zur reinen WP gar nicht so teuer wie gedacht.
Bei uns im 80er Jahre Haus läuft seit 3 Jahren eine Hybrid-WP von Viessmann. Funktioniert gut, aber die Ersparnis ist nicht so dramatisch wie erhofft.
Das System schaltet bei uns ab etwa 2°C auf Gas um. In milden Wintern läuft die WP viel, bei strengen Wintern eher wenig. Unterm Strich spare ich gegenüber der alten Gastherme etwa 25% Heizkosten.
Aber Achtung: Die Anschaffung war deutlich teurer als nur eine neue Gastherme. Die Amortisation dauert länger als zunächst berechnet. Hier hatte ich schon mal über die Finanzierung geschrieben.
Ich seh das etwas anders als die Kollegen hier. Bei 70°C Vorlauf wird eine Hybrid-WP hauptsächlich eine teure Gas-Heizung mit WP-Beiwerk.
Meine Empfehlung: Lass dir mal eine Heizlastberechnung machen und schaue, ob nicht doch eine reine WP mit größeren Heizkörpern günstiger kommt. Die modernen Luft-WP schaffen heute auch 65°C Vorlauf bei guter Effizienz.
Hybrid macht meiner Meinung nach nur Sinn, wenn du wirklich gar nicht an die Heizkörper ran kannst oder willst. Aber dann hättest du auch mit einer modernen Gasbrennwerttherme ähnliche Effizienz bei deutlich weniger Aufwand.