Hallo zusammen,
wir planen gerade die Nachrüstung einer Luft-Wasser-WP in einem Bestandsgebäude (Baujahr 1995, Radiatoren) und stellen uns die Frage, ob wir den hydraulischen Abgleich nach dem Einbau selbst durchführen können oder ob das zwingend ein Fachbetrieb machen muss.
Hintergrund: Das Heizungssystem ist noch original, hat aber insgesamt einen guten Zustand. Die WP wird mit einer Vorlauftemperatur von etwa 45°C gefahren. Ich habe einiges über Voreinstellventile und Durchflussmengen gelesen, aber mir fehlt die praktische Erfahrung, worauf man bei der Abgleicharbeit selbst achten muss – vor allem im Hinblick auf die Effizienz der WP später.
Gibt es hier jemanden, der das selbst gemacht hat? Welche Messgeräte braucht man mindestens, und wie wirkt sich ein schlechter oder fehlerhafter Abgleich auf die JAZ aus? Oder sollten wir das lieber einem Fachbetrieb überlassen, um keine Probleme zu riskieren?
Danke für eure Erfahrungen.
Marcus,
da muss ich ehrlich sagen: Das Risiko ist größer, als der Aufwand für einen Fachbetrieb. Ein fehlerhafter Abgleich führt dazu, dass einzelne Räume übers Jahr verteilt deutlich schlechter wärmen oder überversorgt sind – und die WP wird gezwungen, höher zu fahren, um auszugleichen. Das kostet dich real 5–15% JAZ, je nach Schweregrad.
Zu den Messgeräten: Du brauchst Druckmesser und Durchflussmesser an den Ventilen – das ist Spezialausrüstung. Aber das Kernproblem ist nicht die Ausrüstung, sondern die Berechnung der Solldurchflüsse pro Heizkreis. Das erfordert eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831, die du ohne Messwerte am Gebäude nicht verlässlich machst.
Mein Rat: Lass es einen etablierten Handwerksbetrieb machen. Das kostet etwa 400–800 Euro je nach Systemgröße – das ist Versicherung gegen Performance-Verluste. Die Kosten schreiben sich über die erste Heizperiode schon wieder rein.