Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe und möchte verstehen, wie ich die Stromkosten für 2026 realistisch kalkuliere. Mein Problem: Die Hersteller werben mit COP-Werten, aber im Forum lese ich immer wieder, dass die realen Kosten deutlich höher ausfallen als geplant.
Ich habe ein EFH, ca. 150m², moderater Altbau-Standard. Geplant ist eine Multisplit-Anlage (3 Räume, Wohnzimmer und 2 Schlafzimmer). Im Sommer soll gekühlt werden, im Winter geheizt. Meine PV-Anlage (5kWp) produziert eher im Sommer überschüssigen Strom.
Meine Fragen:
1. Wie rechne ich den JAZ (Jahresarbeitszahl) realistisch ein – sollte ich 30% unter den Herstellerangaben kalkulieren?
2. Spielt die Raumgröße eine Rolle für den Stromverbrauch? Muss ich mit Zusatzheizung rechnen?
3. Gibt es einen Unterschied zwischen Heiz- und Kühlbetrieb beim Stromverbrauch?
4. Wie viel Eigenverbrauch von der PV sollte ich realistisch einplanen?
Danke für eure Erfahrungswerte!
Danke für die Frage! Ich bin gerade auch dabei, meine erste WP zu planen, und genau das hat mich auch beschäftigt.
Aus meinen Recherchen heraus: Bei einer 5kWp-Anlage solltest du realistisch damit rechnen, dass du im Sommer (Mai-September) vielleicht 30-40% des Kühlbedarfs aus der PV decken kannst – wenn die Größen stimmen. Aber das ist stark abhängig von deinem genauen Lastverlauf über den Tag.
Zum JAZ: Ich habe gelesen, dass man mit 3,0-3,5 bei Luft-Luft realistisch rechnen sollte, wenn man alle Betriebspunkte (auch Winter!) einrechnet. Das ist deutlich unter den beworbenen 4,5-5,0. Mit durchschnittlich 30ct/kWh kommst du dann bei ca. 150m² auf 2.500-3.500€ Stromkosten pro Jahr – je nachdem wie kalt der Winter wird.
Ich würde dir raten: Schreib dich mal bei meinem Pool-WP-Projekt durch – da habe ich die Kostenentwicklung sehr detailliert dokumentiert. Vielleicht hilft dir das bei der Kalkulation weiter.
Kurz gesagt: JAZ von 3,5 im Schnitt ist realistisch, Hersteller lügen nicht, aber unter Idealbedingungen gemessen. Im Altbau eher 3,0-3,3.