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Sperrzeiten vom Netzbetreiber und JAZ – wie kompensiert ihr den Eingriff?

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Thomas92
Beiträge: 49
Themenstarter
(@thomas92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#130]

Hallo zusammen,

ich betreibe meine Luft-Wasser-WP jetzt seit 8 Jahren und hab in der Zeit einiges gelernt, was die JAZ-Optimierung angeht. Aber ein Thema beschäftigt mich immer wieder, gerade jetzt im Sommer: die Sperrzeiten vom Netzbetreiber.

Bei mir sind das bis zu 3x täglich je 2 Stunden, in denen die WP komplett abgeschaltet wird. Im Winter macht das kaum was, weil der Puffer das gut abfedert und die Anlage anschließend eh bei guten Bedingungen nachläuft. Aber im Sommer, wenn ich die Kühlfunktion nutzen will, ist das eine andere Sache. Die Anlage kühlt über Nacht vor, dann kommt eine Sperrzeit, danach muss sie wieder anlaufen – und genau in diesem An-/Aus-Zyklus fresse ich COP-Punkte, die mir am Jahresende in der JAZ fehlen.

Meine bisherige Lösung: Ich hab die Vorkühlung zeitlich so gelegt, dass sie möglichst vor einer Sperrzeit endet und die WP danach eh nicht mehr gebraucht wird. Funktioniert ganz gut, aber nur wenn die Sperrzeiten halbwegs planbar sind – und das sind sie nicht immer.

Mich würde interessieren, wie andere das handhaben. Gibt es Regelungsstrategien, die Sperrzeiten aktiv in die Logik einbeziehen? Manche Steuerungen können ja die EVU-Sperre auslesen – nutzt das jemand gezielt, um z.B. vor der Sperrzeit noch schnell den Speicher vollzuladen?

Freue mich über eure Erfahrungen!

Thomas92


3 Antworten
Werner K.
Beiträge: 21
(@wernerpv_1951)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich nutz bei meiner Anlage eine externe SPS-Logik, die die EVU-Sperrsignale auswertet und 45 Minuten vor Sperrbeginn automatisch eine Vorkonditionierung startet – im Winter Puffer aufladen, im Sommer eben vorkühlen. Das hab ich selbst programmiert, als pensionierter Techniker macht man sowas halt. Die Messwerte zeigen mir, dass ich damit den COP-Einbruch nach Sperrende deutlich reduziert hab, weil die Anlage seltener aus dem Kaltstart kommt.

Das Problem mit den variierenden Sperrzeiten kenn ich auch. Bei mir ist das Signal aber hardwareseitig vom Netzbetreiber direkt eingebunden, nicht über irgendeine App-Schnittstelle – das macht es zuverlässiger. Wer das nicht selbst bauen kann oder will, sollte mal schauen ob sein Hersteller eine SG-Ready-Einbindung mit vorausschauender Logik anbietet. Manche neueren Geräte können das tatsächlich schon ab Werk, aber die Standardeinstellung ist meistens trotzdem reaktiv statt proaktiv. Da muss man nachjustieren.


Antwort
Torsten B.
Beiträge: 20
(@torsten82)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Gute Frage, Thomas. Ich hab mich im PV-Überschuss-Thread ja schon drüber ausgelassen, dass die Theorie und die Praxis bei Steuerungsthemen oft auseinanderliegen – bei EVU-Sperrzeiten ist das nicht anders.

Meine WP kennt die Sperrzeit zwar, aber "vorausschauend" handeln tut sie deshalb noch lange nicht. Die lädt den Puffer kurz vor Sperrende nochmal voll, egal ob das gerade sinnvoll ist oder nicht. Im Winter hab ich das mal nachgemessen: In Sperrzeitnächten lag mein gemessener COP teils 0,3-0,4 Punkte unter dem Tagesdurchschnitt, weil die Anlage nach jeder Sperrzeit erstmal wieder hochläuft und in der Anlaufphase ineffizient arbeitet.

Im Sommer mit Kühlung ist das noch unberechenbarer. Die Sperrzeiten kommen ja nicht auf die Minute genau – bei mir variieren die teilweise um 20-30 Minuten. Eine wirklich smarte Vorladestrategie ist da kaum umzusetzen ohne externe Steuerungslogik. Bin gespannt ob jemand hier ne konkrete Lösung hat, ich hab bisher nichts gefunden was mich wirklich überzeugt.


Antwort
Tobias R.
Beiträge: 8
(@waermefuchs88)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich steck noch mitten in der Planung für mein Altbau-Reihenhaus, also kann ich keine Erfahrungswerte liefern. Aber ich frag mich: Lohnt sich der Wärmepumpen-Sondertarif mit EVU-Sperre überhaupt noch, wenn die JAZ dadurch leidet? Das hatte ich bei meinem Hersteller-Vergleich noch gar nicht auf dem Schirm – ist wahrscheinlich auch was, das ich beim Installateur explizit ansprechen sollte. Danke für den Denkanstoß!


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