Hallo zusammen,
stehe vor einer schwierigen Entscheidung und hoffe auf eure Erfahrungen. Unser Altbau (Baujahr 1978, 180qm) wird diesen Herbst endlich saniert - neue Fenster, Dämmung, die ganze Palette. Die alte Ölheizung muss natürlich auch raus.
Jetzt bietet uns die Stadt einen Fernwärmeanschluss an. Das wäre technisch die einfachste Lösung, aber ich grübele über die langfristigen Kosten. Die Anschlusskosten sind mit 8.500€ schon heftig, dazu kommt der Grundpreis von 45€/Monat. Andererseits könnte ich mir eine Luft-Wasser-Wärmepumpe installieren lassen.
Bei der Fernwärme hätte ich praktisch kein Energiemanagement - zahle was ich verbrauche, fertig. Bei einer WP könnte ich später noch PV dazu, Smart Home, vielleicht sogar einen Pufferspeicher für optimierte Laufzeiten.
Wie seht ihr das? Hat jemand schon mal konkret die Betriebskosten über mehrere Jahre verglichen? Bin 72 und will ehrlich gesagt nicht mehr ewig an der Heizung basteln, aber wenn sich die WP deutlich rechnet...
Ist es im Sommer überhaupt sinnvoll, so eine Entscheidung zu treffen? Oder sollte ich erst mal eine Heizsaison abwarten?
Muss Klaus da widersprechen! Gerade bei einem so gut sanierten Altbau wie deinem macht eine WP richtig Sinn. Mit neuen Fenstern und Dämmung hast du ideale Voraussetzungen für niedrige Vorlauftemperaturen.
Die Fernwärme bindet dich langfristig an einen Monopolisten. Was, wenn die Preise in 10 Jahren explodieren? Bei der WP hast du Wahlfreiheit beim Stromanbieter.
Energiemanagementseitig ist die WP klar überlegen: Du kannst Heizphasen in günstige Stromtarif-Zeiten legen, später PV ergänzen für Eigenverbrauch, smart steuern. Bei Fernwärme zahlst du stur nach Verbrauch.
Die 8.500€ Anschlusskosten sind auch nicht ohne - damit ist schon ein guter Teil der WP-Installation bezahlt. Wartung ist bei modernen WP minimal, einmal jährlich reicht.
180qm sanierter Altbau braucht vielleicht 8-10kW Heizlast. Da tut's eine Standardlösung für unter 20k€ komplett.
Bin jetzt auch nicht der Experte wie die anderen hier, aber hab letztes Jahr bei meinen Eltern (ähnliches Alter wie du) genau die Entscheidung mitgemacht.
Wir haben WP genommen und bereuen es nicht. Klar, gab am Anfang ein bisschen Gefrickel mit den Einstellungen, aber seit dem läuft alles super smooth.
Der große Vorteil: Die können jetzt im Sommer die WP auch zur Kühlung nutzen - ist echt angenehm bei den heißen Sommern wie diesem Jahr. Bei Fernwärme hättest du das nicht.
Und ehrlich gesagt - mit 72 ist man doch noch fit genug, um sich in Smart Home einzuarbeiten. Mein Vater (75) steuert jetzt alles über's Tablet und ist stolz wie Oskar darauf 😄
Würde sagen: WP nehmen, du wirst es nicht bereuen!
Holger, die Frage kenn ich gut! Hatte letztes Jahr eine ähnliche Situation. Fernwärme ist wirklich "plug and play", aber du hast recht - beim Energiemanagement bist du komplett fremdbestimmt. Die 45€ Grundpreis sind noch harmlos, hab schon 70€ gesehen.
Bei deinem Alter würde ich ehrlich sagen: Fernwärme ist entspannter. Keine Wartung, kein Risiko von Defekten, läuft einfach. Bei einer WP hast du alle 2-3 Jahre Service, mögliche Reparaturen, und wenn der Verdichter nach 12 Jahren hinüber ist, stehst du wieder da.
Die PV-Geschichte klingt verlockend, aber rechne mal realistisch: Mit 72 wirst du die Investition wahrscheinlich nicht mehr komplett amortisieren. Wie ich hier schon mal geschrieben hab, sind WP-Installationen oft teurer als geplant.
Fernwärme würde ich nehmen - weniger Kopfzerbrechen, planbare Kosten.