Hallo zusammen,
mich beschäftigt schon länger die Frage, was eigentlich mit all den Daten passiert, die moderne Wärmepumpen so sammeln. Hab vor kurzem gelesen, dass die Geräte ziemlich viel über unsere Heizgewohnheiten, Raumtemperaturen und sogar Anwesenheitszeiten mitbekommen.
Meine neue Luft-Wasser-WP läuft jetzt seit dem Frühjahr und ist über WLAN mit der Hersteller-App verbunden. Praktisch ist das schon - kann die Anlage vom Büro aus checken und für die Urlaubszeit runterregeln. Aber gleichzeitig frage ich mich: Was weiß der Hersteller eigentlich alles über mich?
In den AGBs steht natürlich das übliche Kleingedruckte von wegen "Datenverarbeitung zur Verbesserung unserer Dienste" - aber was bedeutet das konkret? Können die sehen, wann wir zuhause sind? Wie warm wir es gerne haben? Wieviel Strom wir verbrauchen?
Und vor allem: Kann ich das irgendwie eingrenzen oder kontrollieren? Gibt es Einstellungen, mit denen ich bestimmen kann, welche Daten übertragen werden und welche nicht? Oder muss ich die Internetverbindung komplett kappen, wenn ich meine Privatsphäre schützen will?
Würde mich über eure Erfahrungen freuen - wie handhabt ihr das mit dem Datenschutz bei vernetzten Wärmepumpen?
Kann WolfgangB nur zustimmen. Hab mich auch schon geärgert über die Datensammelei.
Bei meiner Anlage (Mitsubishi) hab ich in den Einstellungen gefunden, dass man die "erweiterte Datenanalyse" deaktivieren kann. Dann werden nur noch Störungen und grundlegende Betriebswerte übertragen, aber keine detaillierten Verbrauchszyklen mehr.
Was mich stutzig gemacht hat: Die App wollte am Anfang sogar Zugriff auf meinen Standort, angeblich für "lokale Wetterdaten". Das hab ich natürlich verweigert - die WP steht ja nicht im Auto rum 😄
Kannst auch mal in deinem Router schauen, welche Datenmengen da übertragen werden. Bei mir waren es anfangs erschreckende 50-80 MB pro Monat, nach der Einstellungsänderung nur noch 5-10 MB.
Hab da ne andere Erfahrung gemacht. Bei meiner PV-WP-Kombi sind die Verbrauchsdaten sogar hilfreich für die Optimierung.
Aber du hast recht - man sollte genau hinschauen was da läuft. Ich nutze Pi-hole als DNS-Filter, da kann man schön sehen welche Domains die WP kontaktiert. Bei meiner Panasonic waren das teilweise Analytics-Server, die nichts mit der eigentlichen Funktion zu tun hatten.
Tipp: Einfach mal diese Domains blockieren und schauen ob die App noch funktioniert. Meistens geht alles weiter, nur die Tracking-Pixel werden geblockt.
Das ist tatsächlich ein wichtiges Thema, das viel zu selten diskutiert wird. Bei meinen Planungen für Mehrfamilienhäuser komme ich da regelmäßig mit in Berührung.
Grundsätzlich übertragen die meisten Hersteller deutlich mehr Daten als notwendig. Neben den reinen Betriebsparametern wie Vorlauftemperaturen und Laufzeiten gehen oft auch sehr detaillierte Verbrauchsprofile, Regelungsintervalle und indirekt sogar Rückschlüsse auf Anwesenheitsmuster mit.
Mein Tipp: Schauen Sie in der App nach Datenschutz-Einstellungen. Viele Hersteller bieten mittlerweile einen "Minimal-Modus" an, bei dem nur die für Fernwartung nötigen Daten übertragen werden. Bei Viessmann gibt es beispielsweise die Option "Nur Fehlermeldungen", bei Daikin können Sie die Datenfreigabe in drei Stufen einstellen.
Alternativ können Sie die WP über ein lokales Gateway wie eine FritzBox mit eigenem VPN ansprechen - dann bleiben die Daten im eigenen Netzwerk. Das ist allerdings technisch anspruchsvoller.
Bei Neukunden erkläre ich das immer vorab, damit sie eine bewusste Entscheidung treffen können.