Hallo zusammen,
wir planen für unser Produktionsgebäude (ca. 2.500 qm) den Einbau einer Großwärmepumpe mit 150 kW Leistung. Der Energiebedarf schwankt stark - tagsüber hoher Kühlbedarf durch die Maschinen, nachts praktisch nichts. Unser Elektriker hat einen 100 kWh Batteriespeicher vorgeschlagen, um die WP optimal zu betreiben und Lastspitzen zu kappen.
Das System soll sowohl für Heizung im Winter als auch Kühlung im Sommer arbeiten. Gerade jetzt im Juni merken wir, wie stark der Strombedarf durch die Klimatisierung ansteigt. Ein Speicher könnte da wirklich helfen, den teuren Tagstrom zu vermeiden.
Hat jemand Erfahrungen mit so großen Speichern im Gewerbebereich? Welche Hersteller sind empfehlenswert? Lohnt sich die Investition von ca. 80.000€ wirklich, oder ist das rausgeschmissenes Geld?
Besonders interessiert mich:
- Lebensdauer der Batterien bei täglichem Volllastzyklus
- Wartungsaufwand und versteckte Kosten
- Wie gut funktioniert die Kommunikation mit der WP-Steuerung?
Vielen Dank für eure Einschätzungen!
Stefan, interessantes Projekt! Ich hab zwar nur Erfahrung mit kleineren Anlagen, aber die Grundprinzipien sind ähnlich.
Ein wichtiger Punkt: Habt ihr schon die Netzanschlusskosten gecheckt? Bei 150 kW WP plus Speicher braucht ihr eventuell eine Erweiterung der Trafostation. Das kann schnell nochmal 30-50k kosten.
Und noch was - gerade im Sommer bei Klimabetrieb ist der Eigenverbrauch eh hoch. Da bringt der Speicher weniger als im Winter. Vielleicht erstmal mit nem kleineren System anfangen und später erweitern?
Aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich sagen: 100 kWh Speicher bei 150 kW WP ist durchaus sinnvoll dimensioniert. Wir haben ähnliche Anlagen realisiert, allerdings meist mit Tesla Megapack oder BYD Commercial Series.
Wichtig ist die Auslegung der Leistungselektronik - bei den Lastsprüngen braucht ihr mindestens 200 kW Lade-/Entladeleistung. Die Kommunikation läuft meist über Modbus oder CAN-Bus, das funktioniert mittlerweile sehr zuverlässig.
Zu den Kosten: 80k erscheint mir eher am oberen Ende. Wir kalkulieren aktuell mit ca. 600-700€/kWh all-in. Lebensdauer bei LFP-Technologie sind realistisch 15-20 Jahre bei eurem Zyklusprofil machbar.
Da muss ich H.Weber teilweise widersprechen. In unserem Betrieb haben wir seit 2 Jahren einen 80 kWh Speicher mit Luft-WP laufen. Die Wartungskosten sind höher als erwartet - alle 6 Monate kommt der Service für Updates und Kalibrierung.
Bei der hohen Zyklenzahl würde ich eher auf bewährte Hersteller wie Sonnen oder E3DC setzen, auch wenn die teurer sind. Die haben bessere Garantiebedingungen für Gewerbe. Unser "günstiger" Speicher hatte schon 3 Ausfälle, jedes Mal Produktionsstillstand.
Also ehrlich gesagt bin ich bei solchen Großspeichern sehr skeptisch. 80.000€ ist schon eine Hausnummer, und die Amortisation dauert ewig. Bei gewerblicher Nutzung mit den Zyklen die du beschreibst, würde ich maximal 10 Jahre Lebensdauer ansetzen. Dann stehst du wieder vor der nächsten Investition.
Die WP allein wird vermutlich effizienter arbeiten als mit einem Speicher dazwischen - jede Umwandlung kostet Wirkungsgrad. Habt ihr mal durchgerechnet, ob sich nicht eher eine bessere Dämmung oder optimierte WP-Regelung lohnt? Manchmal sind die einfachen Lösungen die besseren.