Forum

Benachrichtigungen
Alles löschen

Amortisationsversprechungen vs. Realität: Welche Faustregel stimmt?

2 Beiträge
2 Benutzer
0 Reactions
44 Ansichten
Thomas B.
Beiträge: 0
Themenstarter
(@kritiker_1972)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#249]

Hallo zusammen, ich bin gerade dabei, alle Unterlagen für eine Finanzierungsentscheidung zu sammeln. Überall lese ich unterschiedliche Aussagen zur Amortisationsdauer: Die einen sagen 10-12 Jahre, andere behaupten sogar 8 Jahre. Aber das scheint mir zu sehr auf Idealbedingungen zu rechnen.

Meine Situation: Einfamilienhaus, Baujahr 1985, noch Ölheizung, nicht energetisch saniert. Ich interessiere mich für eine Luft-Wasser-WP und möchte einen KfW-Kredit kombiniert mit BAFA-Zuschuss nutzen. Zur Not auch mit etwas Eigenkapital.

Meine konkrete Frage: Wie rechnet ihr die echte Amortisationszeit? Was sind die Faktoren, die zwischen Verkaufsversprechen und Realität den Unterschied machen? Spielen Strompreisanpassungen, COP-Verluste bei Außentemperaturen oder die Altbau-Heizlast eine große Rolle?

Ich möchte nicht blind einen 20-Jahres-Kredit unterschreiben und dann nach 7 Jahren feststellen, dass ich komplett falsch kalkuliert habe. Wer hat hier konkrete Erfahrungswerte?


1 Antwort
Thomas M.
Beiträge: 0
(@verdichtercheck47)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Gute Frage, Thomas. Das Kernproblem ist: Die meisten Amortisationsrechner arbeiten mit dem COP-Nenner des Herstellers – und der ist unter idealen Bedingungen gemessen. Bei Dir im 85er Altbau mit hohem Heizlastbedarf sieht es anders aus.

Die Rechnung ist eigentlich simpel: Jahresstromkosten WP vs. Jahresölkosten. Die Differenz ist Deine jährliche Einsparung. Dann teilst Du die Nettoinvestitionskosten (nach Förderung, aber inkl. aller Nebenkosten – Erdarbeiten, Heizflächenoptimierung, Elektro) durch diese Einsparung.

In der Praxis passieren hier drei Dinge:

1. **COP-Degradation**: Bei -5°C arbeitet Deine Anlage nicht mit 3,5, sondern eher mit 2,8. Das rechnen die Verkäufer raus.
2. **Strompreisannahmen**: Viele Rechner nehmen alte Strompreise. Realistische Annahme: 45-50 ct/kWh in den nächsten 10 Jahren.
3. **Reale Heizlast**: Dein 1985er Haus mit U-Wert von vermutlich 1,0 W/m²K braucht im Winter deutlich mehr Leistung als ein KfW-55 Haus.

Mein Tipp: Rechne selbst mit lokalen Strompreisen, konservativen COP-Werten (JAZ von 3,2 statt 3,8) und den tatsächlichen Heizgradtagen Deiner Region. Dann bist Du näher an der Wahrheit.


Antwort
Teilen: