Hallo zusammen,
ich bin dabei, für unser Einfamilienhaus (Baujahr 1987, ca. 160 qm beheizte Fläche) eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zu planen. Aktuell läuft noch eine alte Gastherme, die nächstes Jahr definitiv raus soll. Der Heizlastberechnung nach käme ich auf etwa 10-11 kW, was für den Ist-Zustand ohne zusätzliche Dämmung gilt.
Nun meine eigentliche Frage: Ich überlege schon länger, ob ich die Fassadendämmung (WDVS, ca. 14 cm EPS) und den Dachbodenausbau gleichzeitig angehe oder ob ich die Wärmepumpe erst mal ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen installieren lasse. Hintergrund ist, dass ich die BAFA-Förderung (BEG) mitnehmen will – und da gibt es ja die 15%-Effizienzanforderung, die ich erfüllen muss. Rein technisch kann ich das als Ingenieur gut einschätzen, aber mir fehlen echte Praxiswerte aus vergleichbaren Häusern.
Die Handwerker sagen mir unterschiedliche Dinge: einer meint, erst dämmen, dann Wärmepumpe dimensionieren. Ein anderer sagt, die WP läuft auch ohne perfekte Hülle, man dreht halt die Vorlauftemperatur etwas hoch. Letzteres klingt für mich nach einer suboptimalen Lösung, weil es die JAZ spürbar drückt.
Hat jemand von euch den Weg gemacht – erst WP, dann Dämmung (oder umgekehrt) – und kann sagen, wie sich das auf die Effizienz und die Förderbedingungen ausgewirkt hat? Gerade im Sommer ist ja eigentlich eine gute Zeit für Außendämmarbeiten, bevor die nächste Heizperiode kommt.
Danke schon mal!
Ich kann zwar nicht aus eigener Praxiserfahrung mit einem Bestandsbau sprechen (bin ja noch im Neubau-Stadium), aber ich hab mich bei meiner BEG-Recherche intensiv mit genau diesem Thema beschäftigt.
Was ich dabei gelernt hab: Der Energieberater, der die Förderanträge begleitet, ist hier wirklich entscheidend. Für die 15%-Effizienzanforderung wird ja ein Referenzgebäude zugrunde gelegt – und da kann die Reihenfolge der Maßnahmen tatsächlich Auswirkungen auf die Förderfähigkeit haben, je nachdem wie der Antrag gestellt wird.
Zur JAZ-Thematik: Dein zweiter Handwerker hat schon recht dass die WP "irgendwie" läuft, aber 60-65°C Vorlauf mit einer LWP ist wirklich ineffizient, das siehst du dann bitter in der Stromrechnung. Sole-Wasser hätte da zwar Vorteile (gleichmäßigere Quelltemperatur), aber das ist bei dir vermutlich keine Option.
Ich würd wirklich erst dämmen. Die WP danach kleiner dimensionieren zu können spart außerdem Investitionskosten – nicht nur bei der Betrieb.