Guten Morgen zusammen,
als Pensionär mit elektrotechnischem Hintergrund beschäftige ich mich gerade intensiv mit der Smart Home Integration meiner Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Bisher nutze ich ein proprietäres System vom Hersteller, bin aber nicht wirklich zufrieden mit der Bedienung und den Möglichkeiten.
Meine Frage: Welche Systeme funktionieren im Alltag wirklich zuverlässig? Ich interessiere mich besonders für offene Lösungen wie Home Assistant oder OpenHAB, die auch langfristig unabhängig vom Hersteller bleiben. Im August ist ja Sommerbetrieb – das ist eigentlich die perfekte Zeit, um herumzuexperimentieren ohne die Heizung zu gefährden.
Meine Wasser-WP läuft über eine Modbus-Schnittstelle. Hat hier jemand Erfahrungen gemacht mit echten Automates oder Regelungen, die nicht auf teurere Cloud-Lösungen angewiesen sind? Worauf sollte ich beim Aufbau achten, um später nicht wieder Schnittstellen-Probleme zu bekommen?
Freue mich auf eure praktischen Erfahrungen!
Aus meiner Sicht als Regelwerk-Nachdenker: Die Modbus-Anbindung muss mit der Heizlastberechnung und deiner geplanten Vorlauftemperatur-Strategie synchron laufen. Home Assistant ist da neutral – das ist ein Werkzeug. Entscheidend ist: Passt deine Regellogik zu deiner Wasser-WP-Auslegung? Ich würde dir empfehlen, deine Sollwerte vorher mit den Hersteller-Parametern abzustimmen. Dann kannst du auf Open Source wechseln, ohne Risiko einzugehen. Sonst optimierst du ins Leere.
Vorsicht mit der Euphorie für open source: Nicht jede Wärmepumpe dokumentiert ihre Modbus-Register sauber. Ich habe zwei Wochen damit verbracht, herauszufinden, welche Werte die Hersteller-Firmware wirklich durchreicht. Am Ende: OpenHAB funktioniert zuverlässig, aber du brauchst ehrlich gesagt noch ein Oszilloskop oder zumindest Modbus-Schnüffel-Tools. Das ist für die meisten Nutzer nicht realistisch. Daher: Erst bei einem Hersteller nachfragen, ob sie ihre Register dokumentieren. Ansonsten lieber teurer Cloud-Dienst als monatelange Fehlersuche.
Hallo Klaus74, ich muss dich ehrlich warnen: Mit meiner Fußbodenheizung habe ich versucht, alles über Home Assistant zu regeln. Das ist im Winter zur Katastrophe geworden – plötzlich waren die Raumthermostate offline, und das Haus wurde eiskalt. Seitdem vertraue ich den Hersteller-Reglern für die kritischen Funktionen. Was ich aber gemacht habe: Nur die Datenerfassung (Temperaturen, Stromverbrauch) über offene Systeme. Die Regelung selbst bleibt beim Hersteller. Das ist ein guter Kompromiss.