Benachrichtigungen
Alles löschen

Wärmepumpen-Stromtarif: Lohnt sich Wechsel wirklich oder Augenwischerei?

4 Beiträge
4 Benutzer
0 Reactions
20 Ansichten
HelmutK
Beiträge: 51
Themenstarter
(@helmutk)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#99]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade damit, ob ich für unsere Wärmepumpe einen speziellen WP-Tarif abschließen sollte. Wir haben seit letztem Herbst eine Luft-Wasser-WP (10 kW) und zahlen noch normalen Haushaltsstrom – aktuell etwa 32 Cent pro kWh. Mein Nachbar hat mir erzählt, dass er über seinen Anbieter einen speziellen Wärmepumpentarif bekommen hat, der deutlich günstiger sei. Klingt verlockend, aber ich bin skeptisch.

Meine Fragen:
- Gibt es wirklich nennenswerte Unterschiede zwischen normalen Tarifen und WP-Tarifen, oder ist das eher Marketing?
- Braucht man dafür einen zweiten Zähler? Das hat mir jemand mal gesagt, aber ich weiß nicht ob das noch aktuell ist.
- Lohnt sich das bei einer WP dieser Größe überhaupt, wenn man bedenkt, dass sie im Sommer ja kaum läuft?

Ich frage jetzt im Juni, weil ich die ruhige Zeit nutzen möchte um sowas zu regeln – im Winter komme ich dann nicht mehr dazu. Unser Jahresverbrauch der WP liegt schätzungsweise bei 3.500 bis 4.000 kWh. Ob sich der Aufwand eines Tarifwechsels plus eventuell neuem Zähler da rechnet, bin ich mir nicht sicher.

Freue mich über ehrliche Einschätzungen aus der Praxis!

HelmutK


3 Antworten
Thomas K.
Beiträge: 24
(@kritiker_1978)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich seh das ehrlich gesagt etwas kritischer als T.Breitmeyer oben.

Die Sperrzeiten sind nämlich nicht nur "störend" – die können je nach Anlage und Steuerung richtig problematisch werden. Ich kenn das aus eigener Erfahrung mit nem ähnlichen Setup. Wenn die WP gerade im kritischen Moment abgeregelt wird und der Puffer zu klein ist, hast du kalte Räume oder zumindest kaltes Warmwasser. Im Winter 2025/26 gabs bei mir zweimal solche Situationen.

Außerdem: Die angegebenen WP-Tarife sehen auf den ersten Blick günstig aus, aber schau dir die Grundgebühr an. Bei manchen Anbietern frisst die einen Teil der Ersparnis wieder auf, gerade wenn der WP-Zähler extra abgerechnet wird.

Mein Fazit: Lohnt sich nur, wenn du die Sperrzeitenregelung genau kennst und deine Anlage entsprechend konfiguriert ist (z.B. WW-Bereitung außerhalb der Sperrzeiten). Sonst kann der günstige Tarif teuer werden – durch Komfortverlust oder weil man die Einstellungen immer wieder manuell anpassen muss.


Antwort
T.Breitmeyer
Beiträge: 7
(@t-breitmeyer)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Hallo HelmutK,

die Frage nach dem Zähler ist tatsächlich relevant – und ja, in vielen Fällen braucht man noch immer einen separaten Zähler für den WP-Tarif. Das ist regional unterschiedlich, hängt vom Netzbetreiber ab. Der Aufwand ist aber in der Regel überschaubar, das hat mein Installateur damals mit abgewickelt.

Zum eigentlichen Einsparpotenzial: Bei 3.500–4.000 kWh WP-Verbrauch im Jahr und einem Unterschied von z.B. 6–8 Cent pro kWh zwischen Normal- und WP-Tarif reden wir von 210–320 Euro jährlich. Das ist kein Pappenstiel. Ich hab das bei mir letztes Jahr durchgerechnet und bin dann tatsächlich gewechselt – hat sich nach einem Jahr gerechnet, die einmaligen Zählerkosten lagen bei ca. 150 Euro.

Aber Vorsicht: Manche WP-Tarife haben sogenannte Sperrzeiten, in denen der Netzbetreiber die WP abschalten kann (z.B. 2x2 Stunden täglich). Das sollte man kennen, bevor man unterschreibt. Im Sommer fällt das weniger auf, aber im Winter kann das störend sein je nach Einstellung der Anlage.

Also: Grundsätzlich lohnt es sich, aber die Details des konkreten Tarifs genau lesen!


Antwort
R.Hoffmann
Beiträge: 38
(@r-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Bei 4.000 kWh Jahresverbrauch und ~7 Cent Tarifunterschied sind das ~280 Euro Ersparnis pro Jahr. Zählerkosten einmalig, Tarif danach günstiger – die Rechnung geht auf. Sperrzeiten vorher genau prüfen, das ist der einzige wirkliche Haken.


Antwort
Teilen: