Moin zusammen,
ích hab seit knapp zwei Jahren eine Luft-Wasser-WP (10 kW, Einfamilienhaus, Baujahr 1992, teilsaniert). Die Anlage läuft soweit okay, aber ich merke dass die WP gerade im Herbst und Frühling echt häufig taktet – manchmal gefühlt alle 15-20 Minuten an und aus. Ein Kumpel meinte ich soll einfach einen Pufferspeicher nachrüsten, dann wäre das Problem erledigt.
Jetzt bin ich aber unsicher ob sich das bei einer bestehenden Anlage überhaupt lohnt. Die WP ist ja schon drin und funktioniert, der Hydraulikplan wurde damals ohne Puffer geplant. Nachrüsten heißt ja: neues Gerät, neue Leitungen, wahrscheinlich Handwerker und irgendwelche Einstellungen an der Steuerung anpassen. Das klingt nach Aufwand und Kosten die schnell bei 2000-3000€ oder mehr liegen können.
Meine Fragen:
- Bringt ein Pufferspeicher bei meiner Konstellation wirklich messbar weniger Takte?
- Gibt es da irgendne Faustregel für die Speichergröße die ich als Laie verstehen kann?
- Lohnt sich das Ganze überhaupt wirtschaftlich, also amortisiert sich die Investition irgendwann durch Stromersparnis?
- Oder ist das eher ein Komfort-/Lebensdauer-Argument?
Aktuell im Sommer läuft die WP eh kaum (nur WW), also wäre jetzt theoretisch ein guter Zeitpunkt zum Nachrüsten bevor die Heizsaison wieder startet. Ich will das nur nicht machen wenn der Aufwand am Ende für nix ist.
Danke schonmal!
Ich hab mich letzten Sommer auch intensiv mit dem Thema Hydraulik beschäftigt, damals eher wegen der Heizkreistemperaturen (hatte dazu auch was im Forum geschrieben: Heizkreistemperaturen schrittweise absenken - wie anfangen im Sommer?), aber dabei hab ich auch viel über Puffer gelernt.
Mein ehrlicher Eindruck: Der wirtschaftliche Nutzen wird oft etwas überschätzt. Klar, weniger Takte = weniger Stress für den Verdichter, aber die direkte Stromersparnis ist meistens überschaubar. Bei dir klingt das Takten wirklich nach einem Hydraulikproblem, das solltest du auf jeden fall zuerst diagnostizieren lassen bevor du investierst.
Kosten von 2000-3000€ die du nennst können realistisch sein, hängt aber sehr vom Aufwand der Verrohrung ab. Wenn die WP günstig zum Keller steht und kurze Wege hat, gehts vielleicht günstiger.
Puffer = weniger Takte, das stimmt grundsätzlich. Aber ich würd erstmal checken ob deine WP vielleicht modulierend läuft – dann ist Takten gar nicht so schlimm wie bei alten Ein/Aus-Geräten.
Kurz zur Einordnung: Ob sich ein Pufferspeicher lohnt, hängt stark davon ab, warum die WP so häufig taktet. Die häufigste Ursache ist ein zu geringes Wasservolumen im Heizkreis – und da schafft ein Puffer tatsächlich Abhilfe, weil er das hydraulische Volumen erhöht und die WP länger am Stück laufen kann.
Bei einer 10-kW-Anlage ohne Puffer im Altbau würde ich schätzen, dass ihr Heizkreisvolumen wahrscheinlich zwischen 80 und 150 Liter liegt. Faustregel die ich kenne: mindestens 20–25 Liter Speichervolumen pro kW Heizleistung, also grob 200–250 Liter. Manche empfehlen mehr.
Zur Wirtschaftlichkeit: Die Stromersparnis durch weniger Takte ist real, aber eher gering – ich würde keine schnelle Amortisation erwarten. Das stärkere Argument ist tatsächlich die Lebensdauer des Verdichters. Häufiges Takten erhöht den Verschleiß erheblich, und ein Verdichtertausch kostet deutlich mehr als ein Puffer.
Der Sommer ist ein guter Zeitpunkt fürs Nachrüsten, da geb ich dir recht. Weniger Termindruck, Handwerker sind manchmal besser verfügbar. Ich würde allerdings vorab klären ob deine Steuerung das überhaupt vernünftig unterstützt – sonst hilft der Puffer nur bedingt.