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Pufferspeicher für Neubau – wie gehe ich die Dimensionierung an?

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R.Hoffmann
Beiträge: 38
Themenstarter
(@r-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#99]

Hallo zusammen,

wir bauen gerade unser Haus und sind mitten in der Planung der Heizungsanlage. Entschieden haben wir uns für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, soweit so gut. Jetzt sagt unser Heizungsbauer, wir brauchen auf jeden Fall einen Pufferspeicher dazu, aber bei der Größe gehen die Meinungen auseinander. Der eine Handwerker empfiehlt 200 Liter, ein anderer meint mindestens 500 Liter, und ich stehe dazwischen und verstehe nicht wirklich, wovon das abhängt.

Unser Haus hat ca. 160 qm Wohnfläche, Fußbodenheizung im gesamten Erdgeschoss, im OG gemischte Heizkörper. Heizlast liegt laut Energieberater bei ungefähr 8 kW. Die WP soll eine 10-kW-Anlage werden.

Ich habe gelesen, dass es bei der Puffergröße auf die Taktung der WP ankommt – aber wie genau rechnet man das durch? Gibt es eine Faustregel, die man als Laie anwenden kann, oder brauche ich da wirklich einen Fachmann für?

Ich frage jetzt im Sommer, weil wir den Einbau noch vor dem Herbst abschließen wollen und ich ungern im Oktober unter Zeitdruck irgendwas falsch entscheide. Für jeden Tipp bin ich dankbar!

Viele Grüße,
R. Hoffmann


2 Antworten
Stefan_75
Beiträge: 41
(@stefan_75)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Marco hat das grundsätzlich richtig beschrieben. Ich würde aber noch einen anderen Aspekt ergänzen: Die Mindestlaufzeit der WP ist entscheidend. Hersteller geben meist vor, wie lange ein Verdichter mindestens laufen soll pro Zyklus – oft 10 bis 20 Minuten. Daraus ergibt sich dann, wieviel Energie der Puffer in dieser Zeit aufnehmen muss ohne zu überhitzen.

Konkret: Bei 10 kW WP und 15 Minuten Mindestlaufzeit werden ca. 2,5 kWh reingesteckt. 1 Liter Wasser speichert grob 1,16 Wh pro Kelvin Temperaturdifferenz. Bei 5 Kelvin nutzbarem Hub wärst du also bei rund 430 Litern theoretisch.

In der Praxis – und das sage ich aus eigener Erfahrung, ich hab selbst eine Erdwärmepumpe und hab mich durch die ganzen Kostenfallen durchgerechnet – spielen aber auch Leitungsverluste, Regelverhalten und ob die WP modulierend ist eine große Rolle. Eine moduierende WP braucht deutlich weniger Puffer als eine reine Ein/Aus-Anlage.

Fragen Sie Ihren Heizungsbauer explizit, ob die geplante WP moduliert. Das sollte die erste Frage sein bevor man über Literzahlen redet.


Antwort
Marco_88
Beiträge: 56
(@marco_88)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Hi, das ist ne klassische Frage die immer wieder kommt. Ich hab mich da auch mal schlau machen müssen, als ich meinen Aufstellort geplant hab – Kompakte Wärmepumpe für Garten 4x3m - was ist noch möglich? – da gings zwar um was anderes, aber hydraulik ist halt immer irgendwie alles miteinander verbunden.

Zur Faustregel: Grob sagt man 20-50 Liter pro kW Heizleistung. Bei deiner 10-kW-WP wärst du also irgendwo zwischen 200 und 500 Liter – kein Wunder dass du zwei verschiedene Empfehlungen kriegst, die liegen beide im normalen Bereich.

Der entscheidende Punkt ist aber: Mit Fußbodenheizung hast du schon eine Menge thermische Masse im System. FBH-Böden puffern selbst ziemlich gut, da braucht man oft gar nicht so viel externen Puffer. Wenn du oben noch Heizkörper hast, wird's etwas komplizierter hydraulisch.

Ich würd persönlich eher zu 300 Liter tendieren für deine Konstellation, aber lass das bitte nochmal von jemandem mit mehr Praxis gegenchecken.


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