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Raumtemperatur schwankt stark – liegt's an den Heizkörpern?

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ThomasBreuer11
Beiträge: 7
Themenstarter
(@thomasbreuer11)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat
[#100]

Hallo zusammen,

ich weiß, jetzt im Juni klingt das etwas merkwürdig, aber ich plane gerade meinen WP-Einbau für den Herbst und möchte vorher verstehen, was bei mir schiefläuft. Wir haben aktuell noch eine Gastherme, und selbst damit habe ich das Problem, dass manche Räume nie auf Temperatur kommen, während andere überhitzen – obwohl die Thermostate eigentlich überall auf ähnliche Werte stehen.

Mein Heizungsbauer hat letztes Jahr mal pauschal gesagt, die Heizkörper seien 'für das Haus ausgelegt', aber ich glaube das nicht so recht. Das Haus ist Baujahr 1978, teilweise gedämmt (Dach + Kellerdecke), Fenster wurden 2015 getauscht. Im Wohnzimmer brauchen wir gefühlt 75°C Vorlauf damit es warm wird, im Schlafzimmer dagegen wird's schon bei 55°C zu warm.

Jetzt überlege ich: Wenn ich zur WP wechsle und die Heizkörper unterschiedlich ausgelegt sind, wird das Problem dann noch schlimmer? Ich hab gelesen, dass man bei niedrigeren Vorlauftemperaturen die Heizkörpergröße deutlich besser aufeinander abstimmen muss, sonst gibt's noch mehr Schwankungen.

Kann mir jemand erklären, wie sowas passiert und vor allem wie ich das sinnvoll angehen kann, bevor die Handwerker im Herbst kommen? Oder ist das überhaupt erstmal ein Hydraulik-Thema?

Danke!


6 Antworten
Lisa M.
Beiträge: 12
(@lisa_95)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Ich hab mich mit genau dem Thema Vorlauftemperatur und Altbau schon intensiv auseinandergesetzt (auch hier im Forum, z.B. im Thread Vorlauftemperatur: Wie finde ich den richtigen Startwert für meinen Altbau?), und was du beschreibst ist leider sehr typisch.

Das Wohnzimmer-Problem klingt tatsächlich nach einem zu kleinen Heizkörper – 75°C Vorlauf bei einem gedämmten Haus aus 1978 mit neuen Fenstern ist eigentlich zu viel. Da stimmt die Auslegung nicht.

Für die WP-Planung ist das aber auch eine Chance: Du weißt jetzt schon vor dem Einbau, wo du anpacken musst. Wenn ich das richtig verstehe, hast du vielleicht drei oder vier Räume mit wirklich problematischen Heizkörpern, nicht das ganze Haus. Das ist überschaubar.

Ach ja, tipp: Die sommerliche Ruhephase jetzt nutzen um Angebote einzuholen, dauert nämlich manchmal länger als man denkt 🙂


Antwort
Werner69
Beiträge: 63
(@werner69)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Also ich bin da etwas skeptischer als Marc oben. Ja, die Heizkörpergröße spielt eine Rolle, aber genauso wichtig – wenn nicht wichtiger – ist der hydraulische Abgleich. Den macht kaum jemand richtig, und der Effekt ist genau das was du beschreibst: ein Raum zu warm, der andere zu kalt.

Ich hab mich mal intensiver mit Stromverbräuchen und Systemeffizienz beschäftigt, und was ich dabei gelernt hab: viele Symptome, die auf falsche Heizkörpergröße geschoben werden, sind eigentlich Hydraulikprobleme. Das Warmwasser nimmt halt den Weg des geringsten Widerstands.

Mein Vorschlag wäre: erst hydraulischen Abgleich durchführen lassen (am besten nach Verfahren B mit Einregulierung), dann schauen was noch schlechter ist. Danach kann man gezielt einzelne Heizkörper tauschen, falls nötig. Alles auf einmal anzugehen ist teuer und vielleicht unnötig.


Antwort
Ralf B.
Beiträge: 6
(@r-brinkmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Hab das ähnlich bei mir erlebt, BJ 1974, also noch etwas älter. Die Schwankungen kamen bei mir tatsächlich von beidem: ein Heizkörper im Esszimmer war effektiv zu klein (alter 1-reihiger Plattenheizkörper), UND der Abgleich hat nie gestimmt. Nach nem ordentlichen Abgleich und einem getauschten Heizkörper war Ruhe.

Was ich dir noch mitgeben möchte: Lass dir das schriftlich geben vom Heizungsbauer, welche Auslegungsgrundlagen er für die Heizkörper verwendet. Wenn er dir das nicht nennen kann, ist das schon ein Zeichen. 'Für das Haus ausgelegt' ist keine Antwort – das klingt nach Bauchgefühl.

Ich hab in dem Thread Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern – wer hat damit Erfahrung? auch schon dazu geschrieben, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind – kommt wirklich auf die konkrete Auslegung an, nicht pauschal auf 'geht' oder 'geht nicht'.


Antwort
Klaus H.
Beiträge: 11
(@klaushartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich würde da sowohl Marc als auch Werner zustimmen – beides ist relevant, und beides hängt zusammen.

Sachlich zusammengefasst: Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper die richtige Durchflussmenge bekommen. Aber wenn ein Heizkörper schlicht zu wenig Heizfläche hat, hilft auch perfekte Hydraulik nichts – er gibt dann einfach nicht genug Wärme ab.

Für deinen Fall mit Baujahr 1978 und Teilsanierung würde ich folgendes empfehlen:
1. Heizlastberechnung nach EN 12831 je Raum
2. Abgleich mit tatsächlich verbauten Heizkörpertypen und deren Normleistung (steht oft auf einem Schildchen am Heizkörper oder lässt sich recherchieren)
3. Hydraulischen Abgleich durchführen

Ein Inverter-WP-System moduliert übrigens die Leistung kontinuierlich, was Temperaturschwankungen abmildert – aber das ersetzt keine korrekte Auslegung. Ich hab da schon im Inverter-WP vs. On-Off Thread geschrieben, dass das Systemdesign am Ende entscheidender ist als die WP allein.


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