Hallo zusammen,
ich hab seit diesem Frühjahr ne neue Viessmann Vitocal 251-A in Betrieb und bin jetzt am überlegen wie ich im nächsten Winter die Thermostatventile an den Heizkörpern richtig einstelle. Die WP moduliert ja ständig und passt die Vorlauftemperatur automatisch an.
Mein Heizungsbauer meinte ich soll alle Thermostate einfach voll aufdrehen und nur über die WP-Regelung steuern. Das kommt mir aber komisch vor, weil dann können ja einzelne Räume nicht individuell geregelt werden?
Andererseits hab ich gelesen dass die Thermostatventile die Modulation stören können wenn sie ständig zu- und aufmachen. Gerade bei den neuen elektronischen die ich teilweise hab.
Wie macht ihr das? Thermostate als Begrenzung auf gewünschter Raumtemperatur lassen oder wirklich alle voll auf? Und macht es nen Unterschied ob elektronisch oder mechanisch?
Wär super wenn jemand seine Erfahrungen teilen könnte, bevor die nächste Heizperiode losgeht. Nutze die Zeit im Sommer gern um das System zu optimieren.
Gruß
Lars
Kann mich den Vorrednern anschließen. Bei meiner Sole/Wasser-WP hab ich auch erst rumexperimentiert.
Am Ende ist es ein Balance-Akt: du willst ja einzelne Räume regeln können, aber nicht dass die WP ständig hoch und runter moduliert weil Ventile auf und zu gehen.
Mein Tipp: Thermostate auf Komforttemperatur einstellen und dann mal ne Woche beobachten. Wenn die WP zu unruhig läuft (siehst du ja in der App oder am Display), dann einzelne Thermostate etwas höher stellen.
Btw: elektronische sind präziser, aber auch teurer. Für den Anfang tun's auch die mechanischen, kannst ja später einzelne tauschen wo's dir wichtig ist.
Die Aussage deines Heizungsbauers ist aus technischer Sicht nachvollziehbar, aber praxisfern. Moderne modulierende Wärmepumpen sind darauf ausgelegt, mit schwankenden Wärmebedarfen umzugehen.
Ich empfehle einen Mittelweg: Stelle die Thermostatventile auf die gewünschte Komforttemperatur ein (meist 2-3 am Ventil). Die WP regelt dann die Vorlauftemperatur entsprechend der Außentemperatur, und die Thermostate sorgen für die Feinabstimmung pro Raum.
Bei elektronischen Thermostaten hast du zusätzlich den Vorteil präziserer Regelung und meist auch Zeitprogramme. Die können durchaus sinnvoll mit einer modulierenden WP kombiniert werden.
Wichtig: Lass mindestens 30-40% der Heizkörper immer offen (Grundlast), damit die WP nicht ins Takten gerät.
Mach nicht alle voll auf! Hab den Fehler am Anfang gemacht und hatte dann im Schlafzimmer 25°C während das Wohnzimmer noch kalt war.
Bei mir läuft's so: Wohnbereich auf 3-4, Schlafzimmer auf 2, Gästezimmer meist ganz zu. Die WP kommt damit gut klar, moduliert schön runter wenn weniger Bedarf da ist.
Einzige Ausnahme: wenn's richtig kalt wird (-10°C oder so) dann dreh ich alle relevanten Räume voll auf damit die WP nicht überlastet wird.
Also ich hab auch ne modulierende WP (Dimplex) und kann dir aus Erfahrung sagen: dein Heizungsbauer hat nicht ganz unrecht, aber auch nicht ganz recht.
Grundsätzlich solltest du die Thermostatventile schon als Einzelraumregelung nutzen. Nur komplett aufdrehen macht keinen Sinn - dann heizt du Räume die du gar nicht brauchst. Bei mir stehen die meisten auf Stufe 3 (ca. 20°C) und ich regel bei Bedarf hoch oder runter.
Wichtig ist dass du eine gute hydraulische Balance hast. Hab da mal ausführlich drüber diskutiert in nem anderen Thread.
Die Modulation störst du nur wenn zu viele Ventile gleichzeitig dicht machen. Aber bei normaler Nutzung ist das kein Problem.