Hallo zusammen,
ich plane gerade die Nachrüstung einer Wärmepumpe für mein Einfamilienhaus (Baujahr 1992) und bin bei der Grundentscheidung zwischen Wasser-Wasser und Sole-Wasser steckengeblieben. Beide Varianten erscheinen technisch machbar, aber ich möchte die Entscheidung auf Basis realistischer Szenarien treffen, nicht nur auf Herstellerangaben.
Zur Situation: Das Grundstück ist ca. 800 qm, Grundwasserspiegel liegt laut Nachbarinfo bei etwa 6 Metern. Eine Bohrung ist genehmigungstechnisch möglich. Allerdings habe ich auch die Option, eine Erdsondenanlage (60-80m Tiefe) zu realisieren.
Meine Fragen:
1. Wie unterscheiden sich die realistischen JAZ-Werte im Jahresverlauf? Speziell interessiert mich, ob die W/W-WP im Herbst/Winter tatsächlich so stark im Vorteil liegt oder ob die Wartungsaufwände das aufzehren.
2. Bei einer Hybrid-Installation (WP + Gas-Heizkessel für Spitzenlast): Welche Variante ist einfacher zu realisieren und wartungsärmer?
3. Wasserhärte und Eisengehalt sind noch nicht gemessen – wie stark wirkt sich das auf die Materialauswahl und Lebensdauer aus?
Ich freue mich auf konkrete Erfahrungswerte!
Thomas
Thomas, gute Frage – aber eine Sache vorab: Bevor du dich für W/W entscheidest, lass dein Grundwasser wirklich untersuchen. 6 Meter klingt machbar, aber Eisengehalt und Wasserhärte sind bei dir noch völlig offen. Ich kenne Fälle, wo die höheren JAZ-Werte durch Wartungskosten aufgefressen wurden, weil das Wasser einfach zu aggressiv war.
Bei der Hybrid-Lösung hat Sole-Wasser einfach weniger Überraschungen: Keine Wasserrechte, keine Qualitätsprobleme, wartungsärmer. Dafür brauchst du die tiefere Bohrung, aber die Kosten sind bei dir wahrscheinlich ähnlich nah beieinander.
Mein Rat: Hol dir eine Wasseranalyse (Laborpreis ca. 80-150€), dann kannst du wirklich rechnen. JAZ im Herbst/Winter ist bei W/W natürlich besser, aber wenn du die Sole-Anlage sauberer im Betrieb hast, kann sich das über 20 Jahre wieder angleichen. Marko