Speicher im Altbau ...
 
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Speicher im Altbau ohne PV – kann ich trotzdem von Netzgebühren sparen?

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Gerhard-Keller
Beiträge: 0
Themenstarter
(@gerhard-keller)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#201]

Liebe Forumsgemeinde,

eine Frage, die mich seit ein paar Wochen beschäftigt: Ich habe einen Bestandsbau von 1998 in Süddeutschland, Ölheizung wird gerade durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt. PV ist nicht geplant – das Dach ist ungünstig ausgerichtet und die Nachbarn würden mir die Lärmbelastung der WP ohnehin nicht verzeihen.

Mein Heizungsbauer hat mir jetzt einen Batteriespeicher angeboten. Seine Begründung: Damit könnte ich die WP in den Zeiten mit günstigen Strompreisen laden und von höheren Preisen in den Spitzenlastzeiten entkommen. Das klingt theoretisch sinnvoll – aber ist das auch finanziell realistisch?

Meine Überlegung: Im August (wo wir ja gerade sind) brauche ich nicht viel Wärme. Im Winter wird die WP ja ohnehin bei höheren Strompreisen laufen müssen. Lohnt sich der Speicher, wenn ich keinen PV-Strom habe, den ich einlagern könnte? Oder zahle ich am Ende nur mehr Kaufpreis und Wartungskosten, ohne echte Einsparungen zu machen?

Für eine ehrliche Einschätzung würde ich mich freuen – auch gerne kritisch. Ich möchte nicht in ein Produkt investieren, das mir der Handwerker nur wegen der Marge empfiehlt.


2 Antworten
Klaus H.
Beiträge: 11
(@klaushartmann)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten

Das ist genau die Frage, auf die ich immer wieder Hochglanzprospekte sehe, aber keine realen Zahlen. Gerhard, schau dir mal an, wie hoch deine monatlichen Schwachlast- und Spitzenlastpreise wirklich sind. Bei vielen Standardtarifen sind die Unterschiede klein. Dazu kommt: Speicher haben Verluste von 10-15% im Zyklus. Wenn du also 1.000€ im Jahr Stromkosten sparen könntest (sehr optimistisch für Altbau + WP ohne PV), frisst der Speicher mit 150€ Jahresverlust schon einen Gutteil auf.

Bei einem Batteriespeicher von 10 kWh zahlst du heute noch 4.000-5.000€. Selbst mit optimistischen Annahmen brauchst du 15-20 Jahre zum Break-Even. Und in der Zeit degradiert die Batterie ohnehin um 30-40%.

Mein Rat: Frag deinen Heizungsbauer nach einer detaillierten Kosten-Nutzen-Rechnung mit deinen echten Strompreisen. Wenn er das nicht konkret hinbekommt, lass dich nicht abspeisen.


Antwort
Marcus-Weinberg
Beiträge: 0
(@marcus-weinberg)
New Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Du hast da vollkommen recht, kritisch zu bleiben, Gerhard. Aus meiner Erfahrung mit Bestandsgebäuden: Ein Speicher ohne PV amortisiert sich hier wirklich schwer. Die Preisunterschiede zwischen Schwachlast und Spitzenlast sind in Deutschland noch zu gering, um das zu rechtfertigen.

Anders sähe es aus, wenn du später doch noch PV nachrüsten würdest – dann macht der Speicher Sinn. Aber als standalone-Investition zur Wärmepumpen-Optimierung? Ich würde das Geld lieber in eine noch bessere Wärmeisolation stecken. Das bringt dir über die gesamte Lebensdauer verlässlicher Einsparungen.

Wenn der Heizungsbauer hartnäckig bleibt: Verlang einen Finanzierungsplan mit realen Stromtarifen und Speicherkosten von ihm. Das sortiert die ehrlichen von den Verkäufern schnell aus.


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