Hallo zusammen,
ich bin aktuell in der intensiven Planungsphase für mein Sanierungsprojekt und vergleiche verschiedene Systeme (Viessmann, Vaillant, Daikin). Bevor ich mich für ein Gerät entscheide, möchte ich die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 präzise durchführen – gerade weil ich später zuverlässige JAZ-Werte benötige.
Eine Frage zur Verbrauchsentwicklung beschäftigt mich aber schon jetzt: Ich schaue mir die Daten von drei verschiedenen Anlagen im Bekanntenkreis an. Was mich verwirrt – bei allen drei steigt der Stromverbrauch kontinuierlich, obwohl die Außentemperaturen von Juni auf Juli und jetzt August gesunken sind. Die Anlagenbetreiber haben auch schon an der Heizkurve nachgestellt, aber der Verbrauch geht nicht runter.
Ist das normal im Sommer? Kann das mit der Warmwasserbereitung zusammenhängen, die im Sommer ja dominiert? Oder deuten solche Messwerte schon auf eine Fehlkonfiguration hin, die ich vor dem Kauf unbedingt klären sollte?
Mich interessiert besonders: Welche Verbrauchsmuster sollte ich bei der Herstellerevaluierung kritisch hinterfragen? Gibt es da Schwellenwerte oder Richtwerte, ab denen ich skeptisch werden sollte?
Danke für eure Einschätzung!
Hi Markus,
da spielen mehrere Faktoren rein, die du unbedingt auseinanderhalten musst. Im Sommer wird deine Heizleistung zwar weniger, aber die Warmwasserbereitung läuft oft konstant oder sogar intensiver – Duschen, Spülmaschine, etc. Das kann locker 30-50% des Sommerverbrauchs ausmachen.
Zwei Punkte sind wichtig: Erstens, schau dir die realen Betriebsstunden an, nicht nur die Kilowattstunden. Wenn die Anlage öfter taktet (häufig An-Aus), verbrauchst du mehr als nötig. Das passiert bei zu aggressiver Heizkurven-Absenkung. Zweitens – und das ist kritisch für deine Herstellerauswahl – die meisten Hersteller geben COP-Werte unter Idealbedingungen an. Im echten Betrieb mit Warmwasserspeicher und realer Taktsituation liegen die deutlich darunter.
Bevor du dich für ein System entscheidest, frag die Hersteller konkret nach realen Jahresverbrauchswerten von vergleichbaren Objekten – nicht nur die Laborwerte. Das ist die einzige zuverlässige Basis für deine Heizlastplanung.