Moin zusammen, ich beschäftige mich gerade intensiver mit Smart-Home-Integration für meine bestehende Luft-Luft-Wärmepumpe und bin auf das Thema SG-Ready gestoßen. Viele Hersteller werben damit, dass man die WP über SG-Ready-Kontakte intelligent in den Strommarkt einbinden kann – besonders spannend für die Nutzung von PV-Überschüssen und dynamischen Stromtarifen.
Meine Frage: Wie sieht es in der Praxis aus? Rechnet sich das wirklich, oder ist das eher ein Feature für die Zukunft, wenn mehr Netzbetreiber und Stromversorger das tatsächlich nutzen? Im August merke ich ja sowieso, dass die WP kaum noch läuft – da scheint mir SG-Ready aktuell wenig Mehrwert zu bringen.
Hat hier jemand konkrete Erfahrungen gemacht? Welche Hersteller bieten das sauber an, und wie lange hat es gedauert, bis sich die Nachrüstung amortisiert hat? Freue mich auf eure Rückmeldungen!
Hartmut, sehr gute Frage. Ich habe mich mit dieser Thematik für unseren Altbau und auch beim Neubau-Projekt meiner Tochter intensiv auseinandergesetzt. Die kurze Antwort: SG-Ready ist technisch sauber umgesetzt, aber wirtschaftlich noch nicht wirklich rentabel – zumindest nicht im Sommer und nicht überall in Deutschland.
Die längere Antwort: Die meisten Netzbetreiber haben die Schnittstelle noch gar nicht operativ freigeschaltet. Zwar können WP-Hersteller wie Daikin, Vaillant und Ochsner das Signal verarbeiten, aber ohne aktive Anforderung von außen bleibt SG-Ready inaktiv. Im Winter, wenn man mit dynamischen Stromtarifen (wie bei aWATTar) wirklich Geld sparen könnte, könnte es interessant sein – aber auch da braucht die WP entsprechende Pufferspeicher, um flexibel zu fahren.
Mein Tipp: Im Moment würde ich nicht gezielt für SG-Ready nachrüsten. Stattdessen eher auf offene Schnittstellen wie Modbus oder REST-APIs setzen und eine lokale Lösung mit Home Assistant aufbauen – das gibt dir mehr Kontrolle und ist zukunftssicherer. Was ist denn deine aktuelle Anlage?